
Gjurkovićeve kćeri
„Die Töchter Gjurkovićs“ (1893) von Ferenc Herczeg (1863–1954) ist ein humorvoller Roman über die Abenteuer, Liebesgeschichten und den Alltag dreier lebhafter Töchter der ungarischen Adelsfamilie Gjurković.
Der Roman ist eine heitere, unterhaltsame und satirische Schilderung des Lebens einer ungarischen Adelsfamilie im späten 19. Jahrhundert. Die Handlung dreht sich um die drei Töchter der Familie Gjurković – lebhafte, kokette und lebensfrohe junge Frauen, die auf der Suche nach Ehemännern sind, Liebesabenteuer erleben, an gesellschaftlichen Ereignissen teilnehmen und dabei so manche komische Situation auslösen. Herczeg zeichnet ein meisterhaftes Bild des provinziellen und Budapester Gesellschaftslebens, wobei er den Fokus auf familiäre Beziehungen, Rivalität, die Suche nach dem „guten Partner“ und eine subtile Kritik an bürgerlich-adligen Sitten legt.
Das Werk ist in einem heiteren, humorvollen Stil verfasst, voller Ironie und sanfter Satire, was es in Ungarn und darüber hinaus sehr populär machte. Es gehört zu Herczegs früherem, leichteren Schaffen, bevor der Autor für seine ernsteren historischen Dramen und Romane bekannt wurde. In Kroatien und Jugoslawien war Herczeg zu Beginn des 20. Jahrhunderts weit verbreitet, und diese humorvolle Broschüre war Teil des Bestrebens, einem breiteren Publikum leichte, unterhaltsame Literatur zugänglich zu machen.
Das Buch ist kurz, dynamisch und für ein breites Publikum bestimmt. Es ist ein typisches Beispiel ungarischer Salon- und Humorliteratur der Jahrhundertwende. Heute ist diese Ausgabe eine bibliografische Rarität und ein interessantes Zeugnis des kulturellen Austauschs zwischen ungarischer und kroatischer Literatur während der österreichisch-ungarischen Monarchie und unmittelbar nach deren Zerfall.
Herczeg schrieb später eine Fortsetzung mit dem Titel „Gjurkovićs Söhne“ (Gyurkovics fiúk) und schuf damit eine Art Familienchronik im humorvollen Ton.
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