
Kad je bio juli
Der preisgekrönte Briefroman von Nura Bazdulj-Hubijar erzählt die ergreifende Geschichte eines Jungen namens Mirza, der in der „Sicherheitszone“ Briefe an seinen verstorbenen Vater über die Tragödie von Srebrenica im Jahr 1995 schreibt.
Der Roman Als es Juli war der angesehenen bosnisch-herzegowinischen Schriftstellerin Nura Bazdulj-Hubijar ist ein außergewöhnliches und bewegendes Werk in Briefform. Die Handlung folgt dem Jungen Mirza, der Briefe an seinen verstorbenen Vater (bzw. seine verstorbene Großmutter) schreibt und dabei Bilder einer idyllischen, gemeinsamen Vergangenheit mit den schrecklichen und traumatischen Ereignissen des Juli 1995 in Srebrenica verwebt – der damaligen UN-Schutzzone, die zum Schauplatz eines der größten Leids der modernen Geschichte wurde.
Durch die authentische, unmittelbare und zutiefst emotionale Perspektive des Jungen gelingt es der Autorin, mit einer spezifisch ostbosnischen Ausdrucksweise den Eindruck unverfälschter Realität und kindlicher Unschuld inmitten des Kriegswahnsinns zu verstärken. Die Briefe an seinen Vater sind zugleich ein Hilferuf und ein schmerzlich präzises Zeugnis an die gesamte moderne Welt über Ohnmacht, Angst, Verlust und das Überleben im schutzlosesten Winkel der Erde.
Frei von Pathos, Mythomanie und politischen Ränkespielen, erschüttert dieser Roman den Leser zutiefst, warnt und bewahrt das kollektive Gedächtnis vor dem Vergessen und bleibt eines der bedeutendsten literarischen Werke, die von der Tragödie von Srebrenica inspiriert wurden.
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