Mantija

Mantija

Sven Delblanc

Im Deutschland des Jahres 1784 reisen ein geflohener Priester mit verkümmerten Augen und ein zwei Meter großer Riese, der Frauen und Männer gleichermaßen anzieht, als ungleiche Freunde. Der Roman erzählt von ihren Abenteuern, Begegnungen und existenzielle

Sven Delblancs Roman Der Mantel (1981) ist eine heroische Erzählung, die im Deutschland des Jahres 1784, zur Zeit der Aufklärung und des gesellschaftlichen Umbruchs, spielt. Die Hauptfiguren sind zwei grundverschiedene Charaktere, die gemeinsam reisen: ein geflohener Priester – ein Intellektueller mit vernarbten, eingefallenen Augen und tiefen seelischen Wunden – und ein zwei Meter großer Riese, dessen Erscheinung Männer wie Frauen gleichermaßen magisch anzieht. Ihre Freundschaft und ihre gemeinsame Wanderung durch die deutsche Landschaft bilden den Rahmen für die Auseinandersetzung mit den zentralen Themen von Delblancs Werk: Glaube und Unglaube, Sünde und Erlösung, menschliche Körperlichkeit versus Spiritualität, Macht und Demütigung.

Der Roman gehört zum Genre des historischen Romans, weist aber deutlich moderne, fast groteske und visionäre Elemente auf, die für Delblanc charakteristisch sind. Der Autor nutzt eine barocke, reiche Sprache und einen ironischen Ton, um die Absurdität der Existenz und die Heuchelei der damaligen Gesellschaft und Kirche darzustellen. Der Priester flieht vor seiner Vergangenheit und seinen religiösen Pflichten, während der Riese rohe, animalische Lebenskraft und erotische Ambivalenz verkörpert. Ihre Begegnungen mit den unterschiedlichsten Gestalten – von Bauern und Prostituierten bis hin zu Adligen und Wahnsinnigen – offenbaren ein breites Spektrum menschlicher Leidenschaften, Gewalt und der Sehnsucht nach Sinn.

Delblanc verknüpft meisterhaft eine realistische Darstellung des 18. Jahrhunderts mit philosophischen und existenziellen Fragen und verwebt dabei immer wieder Elemente des Mythos und des Grotesken. Der Mantel ist nicht nur ein Abenteuerroman, sondern eine tiefgründige Meditation über die menschliche Natur, einen schweigenden Gott und die Möglichkeit (unmöglicher) Brüderlichkeit in einer Welt voller Widersprüche.

Titel des Originals
Prästkappan
Übersetzung
Ivan Slamnig
Editor
Vera Čičin-Šain
Maße
21 x 12,5 cm
Seitenzahl
260
Verlag
Novi Liber, Zagreb, 1988.
 
Latein Schrift. Fester Einband mit Schutzumschlag.
Sprache: Kroatisch.

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