
Kopernikanska mobilizacija i ptolomejsko razoružanje: Ogled iz estetike
In diesem provokanten Essay greift Sloterdijk in die hitzige Debatte der 1980er-Jahre über Modernismus und Postmodernismus ein. Ein kurzer, prägnanter Text – unerlässlich für das Verständnis von Sloterdijks frühen Ansätzen zu Ästhetik, Medien und der Kris
Sloterdijk verwendet die Metapher astronomischer Modelle, um das Schicksal der Ästhetik in der Moderne zu beschreiben. Die kopernikanische Mobilisierung bedeutet die radikale Dynamisierung der Welt durch moderne Wissenschaft und Technologie: Kopernikus' heliozentrische Wende (die Erde ist nicht mehr der Mittelpunkt) erstreckt sich auf alle Bereiche – von der Physik bis zur Kultur. Der Mensch verliert seinen privilegierten Platz im Kosmos, die Welt wird unendlich beweglich, relativiert, ohne feste Bezugspunkte. Die Ästhetik kann sich nicht länger auf klassische, „ptolemäische“ Selbstverständlichkeiten (Harmonie, Proportion, zentriertes Subjekt, beständige Schönheit) stützen. Stattdessen treten moderne Kunst und Ästhetik in eine permanente Mobilisierung ein: ständige Innovationen, Dekonstruktionen, Experimente, Verlust der Stütze – alles unter dem Druck des wissenschaftlichen und technischen Fortschritts, der Mensch und Kunst in endloser Bewegung hält.
Als Reaktion auf diese Destabilisierung entsteht eine ptolemäische Abrüstung – eine postmoderne Rückkehr zu den „zuverlässig-trügerischen“ ptolemäischen Wahrheiten: Neuzentrierung, lokale Perspektiven, die Illusion von Stabilität, eine Ästhetik, die Illusion, Dekoration und Simulation der tiefgründigen Wahrheit vorzieht. Sloterdijk sieht darin eine strategische Abrüstung – einen Verzicht auf die kopernikanische Spannung, eine Rückkehr zum geozentrischen „Komfort“ der Wahrnehmung, wo die Ästhetik erneut auf die Illusion von Zentrum, Symmetrie und Vertrautem setzt.
Der Essay ist nicht nur eine Kritik der Postmoderne, sondern eine Diagnose: Die Moderne wird unweigerlich mobilisiert, doch der postmoderne Versuch der „ptolemäischen“ Beschwichtigung bleibt eine Illusion – er stellt die verlorene Zentrierung nicht wieder her, sondern kaschiert nur die Desorientierung. Sloterdijk schlägt eine Ästhetik vor, die diese Dualität unumwunden annimmt.
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