
Digitalni ugljik
Der erste Teil einer Trilogie um Takeshi Kovacs – ein düsterer, brutaler, aber intellektuell anregender Science-Fiction-Noir. Die Zukunftswelt in Morgans „Digital Carbon“ ist eine grausame Extrapolation der Globalisierung, im Kern aber ein klassischer Noi
Im 25. Jahrhundert hat die Menschheit die Galaxie kolonisiert, und die Technologie hat das Konzept des Todes grundlegend verändert. Das Bewusstsein wird in einem kortikalen Speicher (digitalem Kohlenstoff) am Halsansatz gespeichert und kann in einen neuen Körper – eine Art „Hülle“ – übertragen werden. Die Reichen leben ewig und wechseln ihre Körper wie Kleidung; die Armen sterben für immer, wenn ihr Speicher zerstört wird. Der Tod ist zu einem kurzen Moment der Unwichtigkeit geworden – für diejenigen, die es sich leisten können.
Die Hauptfigur ist Takeshi Kovacs, ein ehemaliger Elitesoldat des UN-Gesandten, ursprünglich aus Harlans Welt, bekannt für sein brutales Kampftraining und seine zynische Weltsicht. Kovacs wird gefangen genommen, verurteilt und für 250 Jahre eingefroren. Er wird von dem wohlhabenden Methusalem Laurens Bancroft gerettet, einem der mächtigsten Männer der Erde, der angeblich in seinem Luxusturm in Bay City (ehemals San Francisco) Selbstmord begangen hat. Bancroft will, dass Kovacs die Ereignisse der 48 Stunden vor seinem „Tod“ untersucht – denn er kann sich nicht erinnern und glaubt, ermordet worden zu sein. Wenn Kovacs die Wahrheit enthüllt, wird er begnadigt und freigelassen; andernfalls kehrt er ins Gefängnis zurück.
Kovacs erwacht in einem neuen, unerwünschten Körper (einem alkoholkranken Ex-Kriminellen) und findet sich in einer düsteren Noir-Welt wieder: Korruption, Bordelle mit modifizierten Körpern, virtuelle Realitäten, Klone, mutierte Mutanten, eine Polizei, die die Reichen schützt, und eine gewalttätige Unterwelt. Die Ermittlungen führen ihn durch ein Netz aus Verschwörungen – von Bancrofts Frau und Geliebten über die Polizistin Kristin Ortega (die das „Resleeving“ verabscheut und daran glaubt) bis hin zu alten Feinden aus Kovacs’ Vergangenheit und Geheimnissen, die das gesamte System der Unsterblichkeit bedrohen.
Der Roman ist ein packender Cyberpunk-Krimi mit brutaler Gewalt, Sex, philosophischen Betrachtungen (Was ist Identität, wenn der Körper keine Rolle spielt?), Kapitalismuskritik und der Unsterblichkeit der Reichen. Morgan entwirft eine dystopische Welt voller Spekulationen: Die Klassenunterschiede sind extrem, der Körper eine Ware und die Seele eine digitale Datei. Der Stil ist roh, rasant, zynisch – voller Action, Dialogen und schwarzem Humor.
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