
Hronika o siromašnim ljubavnicima
Florenz 1925–1926: In der armen Via del Corno leben die Bewohner in Liebe, Armut und Angst. Die Ankunft des Faschismus zerstört die Gemeinschaft: Liebende streiten, manche sterben durch Gewalt, doch der Zusammenhalt der Bevölkerung bleibt bestehen.
„Chronik der armen Liebenden“ (1947) von Vasco Pratolini ist ein Klassiker des Neorealismus in der italienischen Nachkriegsliteratur. Der Roman schildert eindringlich das Leben in der Florentiner Via del Corno – einer engen, armen Straße nahe dem Stadtzentrum – zwischen 1925 und 1926, während des Aufstiegs und der Festigung des faschistischen Regimes.
Die Geschichte dreht sich um die Bewohner der Straße (die sogenannten „Cornacchiai“): Arbeiter, Handwerker, Kleinhändler und ihre Familien. Zu den Hauptfiguren gehören junge Paare wie Mario und Milena (reine, idealistische Liebe), die sinnliche Beziehung zwischen Aurora und dem Bergmann Nesio sowie andere – Bianca, Clara, Maciste und Ugo. Das Leben ist geprägt von Armut, Vernetzung (jeder weiß alles über jeden), Liebe, Streit und Angst.
Pratolini verwebt subtil den historischen Kontext: Der Aufstieg des Faschismus bringt Gewalt (Manganelli, Squadristi), Erpressung, Angst und Spaltung mit sich. Figuren wie die Faschisten Carlin und Osvaldo, die „Signore“ (eine ehemalige Kurtisane, die über Grundbesitz verfügt und mit dem Regime kollaboriert) oder Antifaschisten wie Maciste veranschaulichen den Konflikt. Die Gewalt gipfelt im Tod einiger Figuren (z. B. wird Maciste von den Faschisten getötet), im Leid der Frauen und im Zerfall des gesellschaftlichen Gleichgewichts.
Der Roman bedient sich der Technik der Chronik im historischen Präsens, wodurch ein Gefühl von Ewigkeit und Unmittelbarkeit entsteht. Ohne Pathos, realistisch und lyrisch zugleich, schildert er die Solidarität der Armen, den Widerstand gegen den Faschismus von unten und die Liebe als Zuflucht in der Dunkelheit. Eines der wichtigsten Werke des Neorealismus, ins Serbische/Kroatische übersetzt als „Chronik der armen Liebenden“ (z. B. Liber, Zagreb 1982), verfilmt im Jahr 1954 (Regie: Carlo Lizzani).
Das Buch besteht aus zwei Bänden.
Angeboten wird ein Exemplar.







