
Baselska zvona
Der Roman erzählt die Geschichten dreier Frauen: Diane, einer Adligen; Catherine Simonidzé, einer Feministin; und der realen Clara Zetkin, einer Kommunistin. Anhand ihrer Schicksale werden die Krise der bürgerlichen Gesellschaft, die Emanzipation der Frau
Die Glocken von Basel ist der erste Roman des Zyklus Le Monde réel (Die wahre Welt) von Louis Aragon, erschienen 1934 (überarbeitet 1964). In diesem Zyklus entwickelt sich Aragon vom Surrealismus zum sozialistischen Realismus und zur marxistischen Gesellschaftskritik. Der Titel spielt auf die Glocken von Basel an – Symbol für den Weckruf des Erwachens der Arbeiterklasse und das Ende der bürgerlichen Welt – sowie auf den Internationalen Frauenkongress in Basel 1912.
Der Roman ist in drei Hauptteile gegliedert, die jeweils eine Frau in den Mittelpunkt stellen:
Diane – eine Aristokratin aus einer verarmten Adelsfamilie, die von reichen Verlobten lebt und ihre Sexualität als Machtinstrument einsetzt. Ihr Sohn Guy beobachtet die Welt der Erwachsenen zynisch und satirisch – der erste Teil ist eine Gesellschaftskomödie, eine Kritik an bürgerlicher Dekadenz und Heuchelei.
Catherine Simonidzé – eine junge Georgierin, Tochter eines Ölmagnaten aus Baku, die dank des Gehalts ihres Vaters in Paris lebt. Sie beginnt als Anarchistin, engagiert sich in der Arbeiterbewegung (Taxistreik), verliebt sich in Victor (einen Streikenden), erkennt aber die Grenzen des individuellen Widerstands. Ihr Weg führt vom Anarchismus zum Sozialismus.
Clara Zetkin – eine historische Persönlichkeit, deutsche sozialistische Aktivistin und Feministin (Gründerin des Internationalen Frauentags). Sie verkörpert das Ideal einer Revolutionärin – engagiert im Klassenkampf, für die Emanzipation der Frau und im Internationalismus.
Anhand der Schicksale dieser Frauen analysiert „Aragon“ das Europa der Vorkriegszeit (Anfang des 20. Jahrhunderts): den Niedergang des Bürgertums, die Krise des Patriarchats, die Unterdrückung der Frau, Klassenkämpfe und den Weg zur Revolution. Der Roman beginnt satirisch und zynisch (als Kritik an der Bourgeoisie) und endet lyrisch und idealistisch – in kommunistischer Hoffnung. Er ist ein Thesenroman, der zeigt, wie Frauen unterschiedlicher Klassen und Ideologien erkennen, dass wahre Emanzipation nur im sozialistischen Kampf möglich ist.
Der Stil ist realistisch mit lyrischen und ironischen Elementen – Aragon verwendet dokumentarische Motive (Streiks, Kongresse), aber auch die psychologische Tiefe seiner Figuren. Das Werk ist wichtig für Aragons Hinwendung zum Kommunismus (er wurde 1927 Mitglied der PCF) und beeinflusste die französische linke Literatur der 1930er Jahre.
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- Beschädigter Rücken





