
Katon Stariji ili O starosti
Zweite, überarbeitete Ausgabe der kroatischen Übersetzung des berühmten Werkes Cato Maior de Senectute (44 v. Chr.). Ein philosophischer Dialog, in dem Cato der Ältere Vorurteile gegenüber dem Alter widerlegt und dessen Vorzüge preist.
Das Werk Cato der Ältere oder Über das Alter zählt zu Ciceros berühmtesten philosophischen Schriften aus seiner sogenannten „letzten Schaffensperiode“ (44 v. Chr.). Es ist in Form eines Dialogs verfasst, in dem der 84-jährige Marcus Porcius Cato der Ältere (Cato Maior) mit seinen jüngeren Freunden Scipio Aemilianus und Laelius spricht. Cicero legte seine Gedanken über das Alter einem angesehenen römischen Staatsmann in den Mund, um ihnen größere Autorität und moralisches Gewicht zu verleihen.
Das Hauptthema ist die Verteidigung des Alters gegen die üblichen Vorwürfe: Es sei beschwerlich, arm an körperlichen Freuden, nahe am Tod und nutzlos. Cato (oder Cicero) argumentiert das Gegenteil – das Alter bringe Weisheit, inneren Frieden, Freiheit von Leidenschaften, die Möglichkeit intellektueller Arbeit und gesellschaftliches Ansehen. Das Werk ist optimistisch und praxisorientiert: Es rät zu einem aktiven Leben, zur geistigen Bildung, zur Beschäftigung mit Landwirtschaft, Literatur und Politik sowie zur Vorbereitung auf einen würdevollen Tod. Eines der bekanntesten Zitate lautet: „Das Leben eines alten Mannes ist nicht schwach, sondern reif.“
Die kroatische Ausgabe von 1911 ist eine klassische Schul- und Volksübersetzung. Sie wurde von Adolf Tkalčević, einem bekannten Philologen und Übersetzer aus dem Lateinischen, übersetzt und von Milan Žepić sprachlich modernisiert. Die Broschüre ist sehr kurz und richtete sich an ein breites Publikum sowie an Schulen während der österreichisch-ungarischen Ära. Der Übersetzungsstil ist klassisch, klar und würdevoll, typisch für kroatische Philologen des frühen 20. Jahrhunderts.
Im weiteren Kontext zählt dieses Werk zu Ciceros ethischen Schriften (De senectute, De amicitia, De officiis), die in einer Zeit politischer Ohnmacht nach Cäsars Ermordung entstanden. Cicero wollte sich und seine Zeitgenossen damit trösten und zugleich das stoisch-römische Ideal eines würdevollen Alters fördern. Das Werk erfreute sich über die Jahrhunderte hinweg großer Beliebtheit in der europäischen Literatur und im Humanismus – es wurde von Petrarca, Voltaire und vielen anderen gelesen und gepriesen.
In der kroatischen Kultur zeugt diese Übersetzung von der starken klassischen Tradition und der Bedeutung der lateinischen Sprache für Bildung und Geistesleben. Heute gilt sie als antiquarische Rarität und wird weiterhin als Klassiker über das Altern, die Weisheit und die Akzeptanz des Lebensendes gelesen. Sie zählt zu den schönsten und tröstlichsten Schriften der antiken Philosophie.
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