
Zmijski skot: roman iz današnjeg života
Die Schlangenbrut: Ein Roman aus dem heutigen Leben ist der dritte Roman des kroatischen Schriftstellers Fedy Martinčić (Sinj, 1902 – Zagreb, 1982), der 1928 mit dem Roman Ihr Schicksal in Erscheinung trat.
Der Roman gehört zum Genre des Gesellschaftsromans der Zwischenkriegszeit. Der Autor schildert naturalistisch und mit einem Hauch von Pessimismus das qualvolle Leben der Arbeiterklasse in einer Großstadt und konzentriert sich dabei auf Armut, Ausbeutung, moralischen Verfall, Alkoholismus, Prostitution und schwierige familiäre Verhältnisse. Der Titel Die Schlangenbrut verweist metaphorisch auf ein vergiftetes, dekadentes Umfeld, in dem die entrechteten Schichten der Gesellschaft geboren werden und leben.
Das Werk zeichnet sich durch seine realistische Darstellung des Alltagslebens der unteren Gesellschaftsschichten aus, mit einem Schwerpunkt auf dem Schicksal der Frauen, Familiendramen und dem Einfluss der wirtschaftlichen Lage auf Moral und zwischenmenschliche Beziehungen. Das Werk wurde von der Kritik gemischt aufgenommen: Einige lobten es für sein Engagement und die Thematik der Arbeiterproblematik, während ein Teil der Literaturszene (z. B. Slavko Kolar in einer Polemik) es als dilettantisch abtat. Trotzdem erhielt der Roman 1936 den Preis des Kroatischen Schriftstellerverbandes, was seine Sichtbarkeit im damaligen Literaturpublikum belegt.
Fedy Martinčić schrieb in der Tradition des realistisch-naturalistischen Stils, beeinflusst von europäischen Vorbildern (z. B. Émile Zola). Ihr Stil ist direkt, sozial engagiert und auf die Probleme von Frauen, Ehe, Mutterschaft und Klassenunterschiede fokussiert. In „Die Nachkommen der Schlange“ setzt sie die Themen fort, die sie beschäftigten: die Stellung der Frau in einer patriarchalischen Gesellschaft und den Einfluss von Armut auf das menschliche Schicksal.
Das Buch stellt einen wichtigen, wenn auch heute weniger bekannten Beitrag zur kroatischen Sozialliteratur der Zwischenkriegszeit dar. Wie auch Feda Martinčićs andere Werke geriet Zmijski skotnach 1945 in Vergessenheit, da es nicht dem Kanon des sozialistischen Realismus entsprach, und taucht heute nur noch in antiquarischen Kreisen und in der Forschung zur Frauenliteratur wieder auf. Zmijski skot ist ein Zeitdokument, das die sozialen Gegensätze im Königreich Jugoslawien und die Versuche von Schriftstellerinnen würdigt, die Probleme der Arbeiterklasse und die Emanzipation der Frau anzusprechen.
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