
Svi se ljudi rađaju istog dana: Zora
Der erste Teil von Galls Saga folgt sieben Kindern, die am 1. Januar 1900 in verschiedenen Teilen der Welt geboren wurden, und zeigt, wie der Beginn des 20. Jahrhunderts sie von Geburt an durch Klasse, Macht und Schicksal trennt.
Morgenröte, der erste Teil des Romans Alle Menschen werden am selben Tag geboren, beginnt mit einer präzisen und eindringlichen Idee: Am 1. Januar 1900 werden sieben Kinder an verschiedenen Orten der Welt geboren. Damit legt Max Gallo sofort den Rahmen der Handlung fest – es ist nicht die Geschichte eines einzelnen Helden, sondern die einer Generation, die mit völlig unterschiedlichen Ausgangspositionen ins 20. Jahrhundert eintritt. Unter ihnen sind Kinder aus wohlhabenden, politisch einflussreichen oder sozial privilegierten Familien, aber auch solche, deren Leben von Anfang an von Unsicherheit, Ungleichheit und dem Gefühl der Ausgrenzung in einer Welt geprägt sein wird, in der nicht alle die gleichen Rechte besitzen.
Der historische Kontext des Romans ist keine nebensächliche Kulisse, sondern der zentrale Motor der Handlung. Morgenröte schildert den Beginn des 20. Jahrhunderts – eine Zeit des industriellen Aufschwungs, starker Klassengegensätze, kolonialer Beziehungen, imperialer Ambitionen und des Glaubens an den Fortschritt im neuen Jahrhundert. Gallo zeigt, dass Menschen zwar formal am selben Tag geboren werden, aber nicht unter denselben Bedingungen: Manche sind von Anfang an durch Kapital und familiäre Stellung geschützt, während andere von Armut, sozialer Unterordnung und begrenzten Wahlmöglichkeiten geprägt sind.
Die Handlung entwickelt sich parallel, anhand ihrer Familien, ihrer Erziehung, ihrer ersten Beziehungen, ihrer Ambitionen und ihrer ersten Begegnungen mit einer Gesellschaft, die sie kategorisiert, noch bevor sie selbst Entscheidungen treffen können. Deshalb ist Morgendämmerung ein Roman über die frühe Formung des Schicksals: darüber, wie ein Jahrhundert mit dem Versprechen des Fortschritts beginnt, aber von Beginn an Unterschiede hervorbringt, die später zu Konflikten, Brüchen und ungleichen Lebenswegen führen. Die titelgebende „Morgendämmerung“ bezeichnet somit nicht nur den Beginn des Lebens, sondern auch den Beginn einer Welt, die ihre Protagonisten vom ersten Tag an ungleich formt.
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