
Finis Terrae: Ostavština
Schrotts Roman „Finis Terrae: Legacy“ ist als gefundenes Vermächtnis konzipiert: eine Mischung aus Notizen, Reiseberichten, Geschichte und Fiktion auf der Suche nach den Grenzen der Welt, der Identität und der Erinnerung.
Finis Terrae: Ostavština ist die kroatische Ausgabe eines Romans des österreichischen Autors Raoul Schrott, der für seine gelehrte, genreübergreifende Prosa bekannt ist, in der Literatur, Geschichte, Anthropologie und Reiseerzählungen aufeinandertreffen. Der Text ist wie ein gefundenes Vermächtnis angelegt: Die Rahmenhandlung beginnt mit vier mysteriösen Notizbüchern, deren Verfasser unter ungeklärten Umständen verschwand. Aus diesen Aufzeichnungen entwickelt sich ein komplexes Netz aus Erzählstimmen, Dokumenten, Reisefragmenten und kulturhistorischen Schichten.
Der Roman basiert nicht auf einer linearen Handlung, sondern auf der schrittweisen Entdeckung der Welt durch textuelle Spuren, geografische Grenzen und Wissensschichten. Themen wie Erbe, Identität, Grenzen, Reisen und Verschwinden stehen im Mittelpunkt, und der Titel Finis Terrae – „das Ende der Welt“ – verweist sowohl auf reale Randgebiete als auch auf die inneren Grenzen der Erfahrung. Schrott schreibt dicht, intellektuell und assoziativ, sodass der Roman einen aufmerksamen Leser erfordert, im Gegenzug aber ein überaus reichhaltiges und originelles Leseerlebnis bietet.
Dieses Buch ist ein Meilenstein in Schrotts Werk, da es sein erster Roman ist – ein Werk, das bereits die grundlegenden Merkmale seines Schreibens deutlich erkennen lässt: wissenschaftliche Gründlichkeit, formaler Anspruch und die Tendenz, Fiktion mit dokumentarischen und essayistischen Elementen zu verbinden. Die kroatische Ausgabe bietet dem deutschen Leser ein repräsentatives Beispiel zeitgenössischer deutschsprachiger Prosa von hohem Anspruch und unverwechselbarem Stil.
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