
Staljinova slika i druge priče
Stjepan Čuić’s 1975 erschienene Debüt-Kurzgeschichtensammlung präsentiert allegorische, politisch aufgeladene und fantastische Erzählungen über Totalitarismus, Angst, ideologischen Druck und die Absurdität des Alltags.
Die 1975 (im Zagreber Verlag Mladost) erschienene Erzählsammlung Stalins Porträt und andere Geschichten (Staljinova slika i druge priče) des kroatischen Schriftstellers Stjepan Čuić gilt als eines der bedeutendsten und einflussreichsten Werke der kroatischen „phantastischen“ Prosa der 1970er Jahre. Mit diesem Band etablierte sich Čuić als authentische Stimme der heimischen Literatur, indem er Elemente des Grotesken, der politischen Satire und des Phantastischen miteinander verband. Das zentrale Motiv der Sammlung ist das Verhältnis zwischen dem Individuum und einem repressiven ideologischen System. Anhand allegorischer und absurder Situationen – in denen Realität, ländlicher und städtischer Alltag sowie phantastische Wendungen ineinandergreifen – untersucht der Autor die Mechanismen von Angst, Konformität, Dogmatismus und Zensur. Die Titelgeschichte thematisiert, ebenso wie die übrigen Erzählungen des Bandes, auf subtile und zugleich scharfsinnige Weise die Auswirkungen einer totalitären Geisteshaltung und politischen Drucks auf den einfachen Menschen in der Nachkriegsgesellschaft. Geprägt durch handwerkliche Meisterschaft sowie ein feines Gespür für Dialoge, schwarzen Humor und erzählerische Spannung, markierte das Werk einen Wendepunkt in Čuićs Schaffen. Das Buch ist ein eindrucksvolles literarisches Zeugnis einer Epoche und gewährt – durch die Verbindung von Phantastik und Gesellschaftskritik – tiefe Einblicke in die Psychologie der Unterwürfigkeit und das Ringen um persönliche Freiheit.
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