
Zlato i srebro Zadra i Nina
Ein kritischer Essay und ein Ausstellungsvorwort, in denen Miroslav Krleža das kroatische Kulturerbe, die Identität und den jahrhundertelangen Widerstand gegen fremde Einflüsse anhand der Geschichte sakraler Gold- und Silberarbeiten aus Zadar und Nin würd
Das Werk Gold und Silber von Zadar und Nin (1972) zählt zu den bedeutendsten Schriften Miroslav Krležas über das kroatische Kultur- und Kunsterbe. Ursprünglich als Begleittext für eine renommierte Ausstellung sakraler Kunst konzipiert, sprengt das Werk den Rahmen eines herkömmlichen kunsthistorischen Überblicks und entwickelt sich zu einer tiefgründigen philosophischen und historischen Reflexion. Krleža analysiert reiche Bestände an Kostbarkeiten, Reliquiaren, Kelchen und liturgischem Gerät, die bis ins frühe Mittelalter zurückreichen. Er betrachtet diese Objekte nicht bloß unter ästhetischen oder religiösen Gesichtspunkten, sondern erkennt in ihnen dauerhafte Symbole für das Überleben der Nation. Für Krleža sind Gold und Silber materielle Zeugnisse eines hohen Zivilisationsniveaus und eines authentischen künstlerischen Ausdrucks, der sich an der Schnittstelle zwischen Ost und West herausgebildet hat. Besonderes Augenmerk gilt Zadar und Nin als zentralen Orten des mittelalterlichen kroatischen Staates und dessen geistigen Lebens. In seinem unverwechselbaren, ausdrucksstarken und polemischen Stil stellt Krleža das künstlerische Könnnen einheimischer Meister dem jahrhundertelangen politischen Druck und den territorialen Ambitionen fremder Mächte gegenüber. Das Werk ist ein leidenschaftliches Plädoyer für die kulturelle Identität und eine Erinnerung an jenen Reichtum, der von der Kontinuität des Lebens und der Kreativität an der östlichen Adriaküste zeugt.
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