
Svi ćemo izginuti
„Wir werden alle umkommen“ (1957) ist ein katastrophaler Roman von Hans Hellmut Kirst, einem berühmten deutschen Schriftsteller, der durch seine Kriegstrilogie „08/15“ bekannt wurde. Es ist eine realistische, dokumentarische Darstellung des Ausbruchs des
Die Handlung beginnt mit Unruhen in Polen, die sich rasch nach Ostdeutschland ausbreiten. Obwohl Politiker und Militärs beiderseits des Eisernen Vorhangs versuchen, die Lage zu beruhigen, geraten die Ereignisse außer Kontrolle. Die Kettenreaktion – Demonstrationen, Interventionen, Mobilisierungen, Zwischenfälle – eskaliert mit unglaublicher Geschwindigkeit. Innerhalb von nur sechs Tagen versinkt Europa im totalen Krieg, und der finale Schlag der Atombomben erfolgt nur 24 Stunden später. Der Roman endet mit totaler Zerstörung – „niemand wird entkommen“.
Kirst schildert die Ereignisse aus der Perspektive verschiedener Charaktere – Politiker, Soldaten, Zivilisten, Reiche, Künstler und einfache Leute – und zeichnet so ein Mosaik der europäischen Gesellschaft am Rande des Zusammenbruchs. Besonders eindrücklich ist das Motiv zweier junger Verliebter (ein Junge aus Westdeutschland und ein Mädchen aus Ostdeutschland), die einander suchen und sich schließlich in dem Moment begegnen, als eine Atomexplosion alles in Asche verwandelt. Es gibt keine Helden, keine Sieger, keine Erlösung – nur die sinnlose Zerstörung all dessen, was die Menschheit über Jahrhunderte aufgebaut hat.
Das Buch entstand in der Spannungsatmosphäre des Kalten Krieges der 1950er-Jahre, unter Beratung von Militär- und Wissenschaftsexperten, und wirkt erschreckend überzeugend. Kirst bietet nicht nur Fiktion, sondern auch eine Warnung: Kriege können beinahe zufällig ausbrechen, und Atomwaffen kennen keine Partei. Er kritisiert die Ohnmacht politischer und militärischer Eliten, die Sinnlosigkeit ideologischer Spaltungen und die menschliche Kurzsichtigkeit.
Der Stil ist mitunter reportageartig und dokumentarisch – mit Proklamationen, Befehlen und Militärberichten –, was dem Roman Glaubwürdigkeit verleiht, aber mitunter auf Kosten der Charaktertiefe geht. Trotzdem bleibt Wir werden alle untergehen ein eindringlicher und bewegender Appell gegen den Atomkrieg, einer der einprägsamsten europäischen Romane über die atomare Apokalypse des 20. Jahrhunderts.
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