
Eseji I.
Essays I. (1944) versammelt die bedeutenden Studien des Autors zu europäischen Klassikern: Tolstoi, Flaubert, Ibsen, Strindberg, Zola, Dostojewski sowie den Essay „Über zwei Moralitäten“. Tiefgründiger moderner kritisch-psychologischer Essayismus.
Essays I. (1944) enthält eine Auswahl der wichtigsten Essays des Autors, die den großen europäischen Schriftstellern des 19. und frühen 20. Jahrhunderts gewidmet sind. In diesem Band erweist sich Nekhayev als außergewöhnlicher Kenner der Weltliteratur und scharfsinniger Kritiker, der die europäischen Klassiker durch das Prisma moderner Psychologie, Philosophie und seiner eigenen literarischen Erfahrung interpretiert.
Nekhayev analysiert Leo Tolstoi als moralischen Giganten und Prediger, aber auch als tiefgründigen Psychologen der menschlichen Natur. Gustave Flaubert interessiert ihn als Meister des Stils und der Objektivität, als Schöpfer der modernen realistischen Prosa (Madame Bovary). Besondere Aufmerksamkeit widmet er den skandinavischen Dramatikern Henrik Ibsen und August Strindberg, deren Stücke er als Spiegelbild moderner individueller Krisen, Geschlechterkonflikte, gesellschaftlicher Lügen und innerer Dämonen sieht. Émile Zola wird als Vertreter des Naturalismus und eines wissenschaftlichen Zugangs zur Literatur präsentiert, während Fjodor Michailowitsch Dostojewski Raum für Reflexionen über die russische Seele, das Leiden, den Glauben und den Abgrund der menschlichen Psyche eröffnet. In seinem Essay Über zwei Moralvorstellungen stellt Nekhajew der christlich-evangelischen Moral die moderne, individualistische oder machiavellistische Moral gegenüber und ergründet die ethischen Dilemmata des modernen Menschen.
Alle Essays sind von Nekhajews charakteristischem Stil geprägt: elegant, präzise, psychologisch tiefgründig und subtil ironisch. Er verfasst keine klassischen philologischen Studien, sondern lebendige, persönliche Essays, in denen er europäische Schriftsteller mit dem kroatischen Kontext und den Problemen des modernen Denkens – Einsamkeit, Willensschwäche, dem Konflikt zwischen Ideal und Realität und der Sinnsuche in einer korrupten Welt – in Dialog bringt. Diese Werke ergänzen seine eigenen Romane und Kurzgeschichten, die oft ähnliche Motive aufgreifen.
Diese Ausgabe von 1944 ist Teil der gesammelten Werke von Milutin Nehajev (1880–1931) und stellt heute eine echte Rarität dar, insbesondere mit dem Originaleinband. Das Buch ist ein Muss für Liebhaber vergleichender Literaturwissenschaft, moderner Essays und tiefgründiger Interpretationen europäischer Klassiker aus der Perspektive kroatischer Modernisten.
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