
Thalassa: teorija genitalnosti
In „Thalassa“ verbindet Ferenczi den Sexualtrieb mit dem uralten Wunsch, zum Meer – dem Ursprung des Lebens – zurückzukehren. Er interpretiert die Genitalität als eine biologische und symbolische Wiedervereinigung mit der ursprünglichen Einheit.
In seinem Werk „Thalassa: Eine Theorie der Genitalität“ (1924) vereint der ungarische Psychoanalytiker Sándor Ferenczi Psychoanalyse, Biologie und Mythologie zu einer einheitlichen Sexualitätsvision. Ausgehend von Freuds Libidotheorie argumentiert er, dass der Sexualtrieb tief in der biologischen Vergangenheit des Lebens verwurzelt ist. Für Ferenczi drückt die genitale Liebe den unbewussten Wunsch des Menschen aus, zu einem ursprünglichen Zustand der Einheit zurückzukehren – symbolisch zum „Meer“, dem Ursprung des Lebens. Er zieht Parallelen zwischen der embryonalen Entwicklung im Mutterleib und dem evolutionären Übergang vom Meer zum Land und sieht den Orgasmus als psychophysische Erinnerung an diese ursprüngliche Einheit. Sexualität ist für ihn nicht nur ein Verlangen nach Lust, sondern auch das Streben nach der Wiedervereinigung mit dem ursprünglichen Ursprung des Lebens und dem Gefühl der Ganzheit, das der Mensch durch die Entwicklung von Bewusstsein und Zivilisation verloren hat.
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