
Suvremena talijanska filozofija
In seinem Buch „Contemporary Italian Philosophy“ (1966) gibt Vjekoslav Mikecin einen Überblick über das italienische Denken des 20. Jahrhunderts, wobei er den Schwerpunkt auf marxistische, idealistische und existentialistische Strömungen nach Croce und Ge
In seinem Buch „Zeitgenössische italienische Philosophie“ bietet Vjekoslav Mikecin einen problem-bibliografischen Überblick über die italienische Philosophie der Mitte des 20. Jahrhunderts. Das Werk konzentriert sich auf die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg und analysiert den Übergang vom klassischen Idealismus Benedetto Croces und Giovanni Gentiles zu neuen Strömungen.
Mikecin widmet dem italienischen Marxismus und seinen Varianten besondere Aufmerksamkeit – vom Gramscianischen Erbe über kritische Marx-Interpretationen bis hin zum Dialog mit Existenzialismus und Phänomenologie. Das Buch behandelt Autoren, die eine Synthese des Marxismus mit der italienischen philosophischen Tradition anstrebten, sowie solche, die den orthodoxen Marxismus kritisierten.
Auch die Einflüsse des Existenzialismus, des Spiritualismus und verschiedener Formen des Neoidealismus und Neorationalismus werden hervorgehoben. Mikecin zeigt, wie die italienische Philosophie nach Faschismus und Krieg intensiv nach neuen Antworten auf Fragen der Geschichte, der Praxis, der Freiheit und des sozialen Wandels suchte, oft im Dialog mit europäischen Strömungen (französischer Marxismus, deutsche Kritische Theorie).
Das Werk ist charakteristisch für Mikecins Ansatz: Es verbindet philosophische Analyse mit einem kulturhistorischen Kontext und betont die Originalität des italienischen Denkens innerhalb eines breiteren europäischen Rahmens. Als eine der ersten kroatischen (jugoslawischen) Rezensionen ist das Buch wertvoll, weil es Autoren und Diskussionen, die damals außerhalb Italiens weniger bekannt waren, dem italienischen Publikum näherbringt.
Die 1966 erschienene Studie spiegelt den Geist der 1960er-Jahre wider – eine Zeit intellektueller Aufbruchstimmung, Offenheit für den Marxismus und kritischer Auseinandersetzung mit der Tradition. Heute dient sie als wichtiges Dokument zur Rezeption der italienischen Philosophie im jugoslawischen Kontext und als Einführung in das Werk von Autoren, die später (Vattimo, Agamben u. a.) die internationale Bühne prägen sollten.
Mikecins Buch ist nach wie vor hilfreich, um die Kontinuität und den Bruch in der italienischen Philosophie des 20. Jahrhunderts zu verstehen, insbesondere in ihrem engagierten und historisch bewussten Charakter.
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