Velimir Deželić-st.
Velimir Deželić, Sr. (Zagreb, 23. April 1864 – Zagreb, 11. Januar 1941) war ein kroatischer Schriftsteller, Publizist, Historiker, Kulturwissenschaftler und katholischer Sozialarbeiter. Er stammte aus einer bürgerlichen Familie; von Beruf Jurist, arbeitete er im öffentlichen Dienst (Gericht und Bannrat, später in verschiedenen Ministerien) und war gleichzeitig redaktionell, archivarisch und kulturpolitisch tätig. Er zählte zu den aktivsten Zagreber Intellektuellen um die Jahrhundertwende vom 19. zum 20. Jahrhundert: Er war Mitherausgeber und Autor zahlreicher Zeitungen (Hrvatska, Katolički list, Vienac, Hrvatska prava, Hrvatska straža), Mitglied und Leiter verschiedener Vereine (Kroatisch-Katholische Gesellschaft, Matica hrvatska, Družba „Braća hrvatskoga zmaja“ – Brüder des Kroatischen Drachen, Kroatische Antikengesellschaft). Als katholischer Laie popularisierte er systematisch die Nationalgeschichte und den Kult des Schutzpatrons und förderte die Veröffentlichung von Volksbüchern.
Deželić sen. bewegt sich in seinen Werken an der Schnittstelle von historischer Prosa, Biografie und Journalismus. Er bevorzugt einen klaren, erzählerischen Stil, eine dokumentarische Grundlage und eine moralisch-pädagogische Botschaft. Sein Forschungsschwerpunkt liegt auf dem kroatischen Mittelalter, der nationalen Identität und der christlichen Tradition, insbesondere auf der Rolle der Kirche für den Erhalt der kulturellen Tradition. Er war zudem ein fleißiger Bibliograf, Verfasser von Gedenkschriften und Herausgeber populärwissenschaftlicher Ausgaben, die den Leserkreis erweiterten.
Ausgewählte Bibliografie:
Historisch-biografische Bücher und Essays: Petar Krešimir; Zvonimir, König von Kroatien; Tomislav; Koloman und Kroatien; Hrvatski junaci i mučenici; Hl. Hieronymus von Dalmatien; Kroatische Selige und Heilige (verschiedene Gedenkschriften).
Romane und Kurzgeschichten mit historischen Themen: Kreuzfahrer, Unter Kaiser und König, Auf dem Sternenpfad (moralisch-historische Erzählungen mit ausgeprägtem pädagogischem Anspruch).
Kulturhistorische Bücher und Anthologien: Gedenkschrift zum Millennium des Königreichs Kroatien; Nachschlagewerke zu kroatischen Städten, kirchlichen Einrichtungen und Persönlichkeiten.
Journalismus und Polemik: Artikel zu Bildung, Familie, Sozialmoral und der Rolle des Katholizismus in der Kultur; programmatische Texte in der katholischen und rechtsgerichteten Presse.
Redaktionelle und redaktionelle Arbeit: Zusammenarbeit mit der Kroatischen Stiftung und dem Verein „Brüder des Kroatischen Drachen“; Herausgabe einer Reihe von Lehrbroschüren; Herausgabe von Almanachen, Gedenkschriften und Kalendern.
Deželić Sr. ist weniger ein Formneuling als vielmehr ein außergewöhnlich wirkungsvoller Vermittler historischen Wissens. Seine Bücher, die sich an ein breites Publikum richteten, festigten das populäre Bild kroatischer Herrscher und Heiliger und prägten den bürgerlichen Lesekanon zwischen den beiden Weltkriegen. In Schulen und Laienvereinigungen dienten sie als Erinnerungsstücke an die Geschichte. Kritiker bemängelten seine programmatische Didaktik und seine ideologische Ausrichtung, erkannten aber auch seinen dokumentarischen Eifer, seine Klarheit und seinen stilistischen Lesefluss an.
Er ist der Vater von Velimir Deželić Jr. (1895–1976), einem Schriftsteller und Publizisten, der die kulturelle Tradition der Familie fortsetzte. Sein handschriftliches und schriftliches Erbe wird in den Zagreber Sammlungen (HAZU, NSK) aufbewahrt. Heute wird Deželić als Autor grundlegender populärwissenschaftlicher Darstellungen mittelalterlicher Herrscher und als Zeuge der katholischen Geistesbewegung gelesen, die die kroatische Kultur in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts maßgeblich prägte.
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