
Lovac u žitu
Salingers einziger längerer Prosaroman, ein Kultroman der Moderne, erzählt in der Ich-Perspektive aus der Sicht des 16-jährigen Holden Caulfield. Er schildert die Ereignisse während seines Aufenthalts in einer Anstalt, vermutlich einer psychiatrischen.
Holden wird von der renommierten Pencey Prep School verwiesen, weil er in fast allen Fächern (außer Englisch) durchgefallen ist. Anstatt auf seine Eltern zu warten, flieht er drei Tage früher nach New York, um die Stadt zu erkunden, bevor er sich zu Hause sein Versagen eingestehen muss. 48 Stunden verbringt er allein in der Stadt, wandert durch Straßen, Hotels, Clubs und Parks und trifft die unterschiedlichsten Menschen: seinen ehemaligen Mitbewohner Stradlater (mit dem er sich wegen seiner Freundin Jane Gallagher gestritten hat), seine Ex-Freundin Sally Hayes, seine Schwester Phoebe (die einzige Person, die er wirklich liebt und versteht), den alten Professor Antolini, Nonnen, die Prostituierte Sunny, Zuhälter, Taxifahrer und so weiter.
Holden verachtet alle „Heuchler“ – Erwachsene, Lehrer, Filmstars, das Schulsystem – alles, was er für künstlich, heuchlerisch und oberflächlich hält. Er ist sensibel, zynisch, aber zutiefst verletzlich: Er trauert noch immer um seinen jüngeren Bruder Allie (der an Leukämie gestorben ist) und hat Angst davor, erwachsen zu werden und seine Unschuld zu verlieren. Der berühmteste Moment ist seine Fantasie, ein „Fänger im Roggen“ zu werden – ein Beschützer von Kindern, die durch ein Maisfeld rennen und sie vor dem Absturz in den Abgrund des Erwachsenenlebens bewahren (eine Anspielung auf Robert Burns’ Gedicht „Comin’ Thro’ the Rye“, das er falsch versteht).
Nach einer Reihe von Enttäuschungen, gescheiterten Versuchen, Beziehungen aufzubauen, und einem psychischen Zusammenbruch (Trunkenheit, Krankheit, Selbstmordgedanken) kehrt Holden nach Hause zurück, trifft Phoebe und erkennt, dass er dem Leben nicht entfliehen kann. Der Roman endet offen: Holden in der Gegenwart sagt, er wisse nicht, was als Nächstes geschehen werde, wolle aber nicht zu viel über „traurige Dinge“ sprechen.
Das Buch ist ein Klassiker der Entwicklungsromanliteratur, eine Elegie auf Entfremdung, Verlust der Unschuld und die Suche nach Authentizität in einer „falschen“ Welt. Holdens Stimme – umgangssprachlich, ironisch, emotional – ist zum Archetyp jugendlicher Rebellion und Verletzlichkeit geworden und hat Generationen von Lesern beeinflusst.
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