
Na Drini ćuprija
Der berühmteste Roman von Ivo Andrić, für den er 1961 den Nobelpreis für Literatur erhielt. Das Werk ist als eine Reihe von 24 Kurzgeschichten strukturiert, die um ein zentrales Motiv herum verbunden sind – die Mehmed-Paša-Sokolović-Brücke über den Fluss
Die Geschichte umspannt vier Jahrhunderte (von 1516 bis 1914): vom Bau der Brücke im 16. Jahrhundert (unter Mehmed-Paša Sokolović, geboren als Bajica in einem bosnischen Dorf), über die osmanische Zeit (mit all ihren Dramen, Legenden, dem Leid und dem Zusammenleben von Christen und Muslimen), die österreichisch-ungarische Besatzung (Modernisierung, Aufstände, Epidemien) bis zum Beginn des Ersten Weltkriegs und dem Abriss der Brücke.
Die Brücke ist nicht nur ein Bauwerk – sie ist ein Symbol für Ewigkeit, Beständigkeit und Verbundenheit (zwei Ufer, Ost und West, unterschiedliche Kulturen und Religionen), im Gegensatz zur Vergänglichkeit des menschlichen Lebens, des Leids, der Kriege und der Regierungswechsel. Andrić schildert in detaillierten, realistischen und poetischen Beschreibungen die Schicksale einzelner Personen (Fata Avdagin, Dauthodža, Hauptmann Bašeskija, österreichische Ingenieure, Bauern, Kaufleute) im Kontext großer historischer Umbrüche und betont dabei die Unausweichlichkeit des Schicksals, die Toleranz und die Unerträglichkeit des Hasses.
Der Stil ist zurückhaltend und episch, durchdrungen von Folklore, Legenden und psychologischer Tiefe – ohne Hauptfigur oder lineare Handlung, sondern als Chronik der Kasaba als Mikrokosmos Bosniens und des Balkans. In viele Sprachen übersetzt (engl. „Die Brücke über die Drina“), ein Klassiker der Weltliteratur, verfilmt und unbedingt lesenswert.
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