
Fabian: Pripovijest o moralistu
Jakob Fabian, ein arbeitsloser Germanist und Moralist, irrt in den 1930er Jahren durch Berlin und beobachtet den moralischen, politischen und sozialen Verfall sowie den Aufstieg des Nationalsozialismus. Er verliebt sich in Cornelia, doch Tragödien und Abs
Der Roman „Fabian“ von Erich Kästner (1899–1974), dem Autor von Kinderbuchklassikern wie „Emil und der Detektiv“ und „Die fliegende Klasse“, ist sein ernstestes, düsterstes und politischstes Werk für Erwachsene. Erschienen 1931 in Stuttgart, wurde der Roman 1933 von den Nationalsozialisten umgehend verboten und verbrannt (Kästner war bei der Verbrennung seiner eigenen Bücher anwesend). Die Erstausgabe war zensiert (explizite erotische Passagen wurden entfernt); die vollständige, unzensierte Fassung („Der Gang vor die Hunde“) erschien erst posthum 2013, in einigen Ausgaben auch schon früher.
Der Protagonist Jakob Fabian (32 Jahre, Doktor der Germanistik) arbeitet in einer Werbeagentur, verliert aber mitten in der Wirtschaftskrise seinen Job. Als passiver Beobachter („nur am Zuschauen“) treibt er durch das Berliner Nachtleben: Kabaretts, Bordelle, Alkohol, oberflächliche Beziehungen, politische Extreme (Kommunisten gegen Nationalsozialisten). Fabian ist ein Intellektueller und Moralist, der an Vernunft, Anstand und Humanismus glaubt, aber den Zerfall der Gesellschaft miterlebt: Menschen werden verkauft, Werte verschwinden, Politik verkommt zum Zirkus. Er verliebt sich in Cornelia Battenberg, eine ehrgeizige Schauspielerin und Intellektuelle, die ihm Hoffnung gibt, doch die Beziehung zerbricht unter dem Druck der Zeit. Das tragische Schlüsselereignis: der Selbstmord eines Freundes von Labude (aufgrund einer falschen Plagiatsbeschuldigung), den Fabian als persönliche Niederlage empfindet. Schließlich ertrinkt Fabian im betrunkenen Zustand im Fluss – ein sinnloses, hilfloses Ende, das das Schicksal der liberalen Intelligenzija angesichts des Totalitarismus symbolisiert.
Der Roman ist eine Mischung aus Satire, Melancholie und scharfer Gesellschaftskritik: Er persifliert die Berliner Dekadenz der „Goldenen Zwanziger“, die sich in einen Albtraum verwandelt, Pornografie als Metapher für die Gesellschaft, Medienmanipulation und Massenarbeitslosigkeit. Kästner verwendet kurze, prägnante Sätze, einen dokumentarischen Stil, Zeitungszitate und Gedichte.
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- Spuren von Patina





