
Obama – Vanjskopolitička doktrina
Der amerikanische Präsident spricht über seine schwierigsten Entscheidungen bezüglich der Rolle Amerikas in der Welt.
Mit der Wahl von Donald Trump zum Präsidenten der Vereinigten Staaten erlebte die amerikanische Außenpolitik wohl die dramatischste Wende in der Geschichte der einzigen Supermacht der Welt – dramatischer als die Wende 2008 nach Obamas Wahl und den darauffolgenden acht Jahren unter George W. Bush. Alles, was Präsident Obama als die wichtigsten internationalen Errungenschaften seiner beiden Amtszeiten bezeichnete, ist bereits gescheitert oder steht kurz vor dem Scheitern (Transpazifische Partnerschaft, Pariser Klimaabkommen, Atomabkommen mit dem Iran, Aufnahme diplomatischer Beziehungen zu Kuba, Nahostpolitik, Fall von Aleppo usw.). Dennoch sind einige Aspekte von Goldbergs Bericht faszinierender als die Tatsache, dass das außenpolitische Erbe der Obama-Präsidentschaft bereits vor Trumps Amtsantritt verschwunden sein wird. Aus kroatischer und europäischer Sicht sind zwei Punkte hervorzuheben. Erstens: Europa spielt in Obamas Verständnis globaler Politik offensichtlich eine untergeordnete Rolle. Zweitens: Obamas konsequente Fokussierung auf amerikanische Nationalinteressen ist ein weiterer Aspekt seiner außenpolitischen Doktrin, der aus unserer Perspektive Beachtung verdient. Besonders interessant ist seine Faszination für die Regierung von George H. W. Bush und insbesondere für Bushs nationalen Sicherheitsberater Brent Scowcroft. Während Obamas außenpolitische Doktrin als eine Mischung aus Realismus und Internationalismus beschrieben werden kann, ist Trumps Vision von Amerikas Rolle in der Welt ein extrem ausgeprägter politischer Realismus – ein Realismus mit extrem eng gefassten und kurzfristig definierten amerikanischen Nationalinteressen. In diesem Kräfteverhältnis, eingeklemmt zwischen zwei potenziellen neuen Partnern in Washington und Moskau, die ähnliche Weltanschauungen vertreten, steht Europa – und mit ihm Kroatien – vor einem grundlegenden Wendepunkt. Entweder wir finden die Kraft und lösen unsere inneren Schwächen und Probleme – oder wir werden zu einer Gruppe völlig unbedeutender, isolierter Gesellschaften auf der Weltbühne, gefangen in den Rückschritten der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts.
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