
Informator
„Informator“ (1894) ist ein kürzerer Prosatext von Vjenceslav Novak, herausgegeben von Slavko Ježić (dritter Band der Gesammelten Werke). Er zählt zu Novaks sozialkritischsten Texten und ist typisch für seinen realistischen Ansatz.
Die Handlung folgt einem jungen, begabten, aber mittellosen Intellektuellen, der seinen Lebensunterhalt als Privatlehrer und Erzieher in wohlhabenden bürgerlichen und aristokratischen Haushalten verdient. Novak schildert getreu und kritisch die Demütigung, die Abhängigkeit von Arbeitgebern, die Heuchelei der Gesellschaft, die Klassengegensätze und die schwierigen Lebensbedingungen gebildeter, aber machtloser junger Menschen in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts.
Das Werk analysiert scharf die kroatische bürgerliche Gesellschaft – ihre Oberflächlichkeit, ihren Materialismus und ihre Gefühllosigkeit gegenüber dem „kleinen Mann“. Wie in Novaks anderen Werken steht auch hier das Schicksal eines talentierten Individuums im Mittelpunkt, das von seinem Umfeld und den gesellschaftlichen Umständen erdrückt wird. Der Autor beweist ein feines Gespür für soziale Belange, Mitgefühl und einen kritischen Blick auf die Ungerechtigkeiten seiner Zeit.
Mit präzisem Stil, realistischen Beschreibungen und psychologischen Einsichten stellt „Der Informant“ einen starken sozialen Kommentar und einen wertvollen Beitrag zur realistischen kroatischen Prosa dar. Es ist kürzer als Novaks große Romane, aber emotional und kritisch sehr wirkungsvoll.
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