
Na modrom polju
Die Geschichte eines Mädchens namens Olja Ilymenewa in einem vorrevolutionären russischen Dorf und einer russischen Provinz. In einem folkloristischen, reichhaltigen Stil beschreibt Remisow ihr Leben, ihre Familie, Pilger, ihren Alltag und ihre spirituell
„Auf dem blauen Feld“ (1922) ist ein Roman von Alexei Remizov, einem der bedeutendsten russischen Modernisten und Emigranten. Der Roman ist autobiografisch geprägt und basiert auf dem Leben seiner Frau Serafima Pawlowna Remizowa-Dowgello.
Die Hauptfigur ist Olja Ilmenjewa, ein Mädchen aus einer wohlhabenden Provinzfamilie im Dorf Watagin, durch das die Pilgerwege nach Kiew und Tschernigow führen. Die Geschichte erzählt von ihrer Kindheit, Jugend, ihren familiären Beziehungen, Begegnungen mit Pilgern und Bauern sowie ihrem Alltag in der russischen Provinz im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert.
Remizov schreibt in einem charakteristischen, ornamentalen, folkloristisch-poetischen Stil – reich an Archaismen, Wiederholungen und Rhythmus, der der russischen mündlichen Erzähltradition und alten Chroniken nahesteht. Es gibt keine klassische dramatische Handlung oder große äußere Konflikte. Die Handlung entfaltet sich ruhig, fast chronologisch, mit einem Schwerpunkt auf Atmosphäre, Sitten, Glaubensvorstellungen und der inneren spirituellen Welt der Figuren. „Blaues Feld“ symbolisiert das russische Land, die Unendlichkeit, den Himmel und die spirituelle Dimension des Lebens.
Das Buch verströmt Wärme, Melancholie und Liebe zum alten Russland, seinen einfachen Menschen, ihrem Glauben und ihrer Folklore. Remizov schildert meisterhaft eine Welt voller Wunder, Leid und alltäglicher Schönheit – Pilger, Ikonen, Familiengeschichten, Natur. Der Stil ist anspruchsvoll, aber hypnotisch: eine Mischung aus Realismus, Symbolismus und russischer Ornamentik (Erzählung). Das Werk zählt zu seinen ruhigeren, intimeren Arbeiten und steht im Gegensatz zu den grotesken und dämonischen Geschichten derselben Zeit.
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