
Pedeset riječi za kišu
Noriko Kamiza, deren Vater eine japanische Aristokratin und deren Vater ein afroamerikanischer Soldat war, ist eine Außenseiterin im Nachkriegs-Kyoto. Versteckt und aufgrund ihrer Herkunft misshandelt, kämpft sie um ihre Identität, die Liebe ihres Bruders
Fifty Words for Rain (2020) ist der Debütroman der amerikanischen Autorin Asha Lemmie. Eine epische Coming-of-Age-Geschichte, die im Japan der Nachkriegszeit von 1948 bis in die 1960er-Jahre spielt. Sie erzählt das Leben von Noriko „Nori“ Kamiza, einem Mädchen, das aus der verbotenen Beziehung eines japanischen Aristokraten und eines schwarzen amerikanischen Soldaten hervorgegangen ist.
Nachdem ihre Mutter sie vor der Tür des Herrenhauses ihrer Großeltern in Kyoto ausgesetzt hat, lernt die achtjährige Nori ihre erste Lektion: Schweige, frage nicht, widersetze dich nicht. Ihre Großmutter Yuko, besessen von der Reinheit ihrer Blutlinie und der kaiserlichen Tradition, sperrt sie auf den Dachboden, unterzieht sie brutalen chemischen Bleichbädern und behandelt sie wie das schändliche Geheimnis der Familie. In diesem Gefängnis wächst Nori in völliger Isolation auf, gehorsam und gebrochen.
Mit der Ankunft ihres älteren Halbbruders Akira – des rechtmäßigen Erben – ändert sich alles. Zwischen ihnen entwickelt sich eine tiefe, beschützende Liebe, die Nori zum ersten Mal ein Gefühl der Zugehörigkeit schenkt. Doch ihre Großmutter und die bestehende Familienstruktur können eine solche Beziehung nicht zulassen; sie bedroht alles, wofür sie stehen. Der Roman begleitet Nori durch Jahre des Leidens, des Verlustes, der Flucht, der Rückkehr, der sexuellen Ausbeutung, des Traumas und des allmählichen Erwachens des Widerstands. Die Geschichte umspannt Kontinente, doch ihr Kern bleibt in Japan – ein Aufeinandertreffen von Tradition und Moderne, von Herkunft, Klasse und persönlicher Freiheit.
Lemmie schreibt in einem reichen, lyrischen Stil, der die Innenwelt der Heldin in den Mittelpunkt stellt. Der Roman ist voller Schmerz und Tragik (viele haben ihn als Tragödienporno bezeichnet), aber auch voller Widerstandskraft, Hoffnung und Reifung. Er berührt Themen wie Rassismus, Frauenfeindlichkeit, die aristokratische Hierarchie im Nachkriegsjapan und die Suche nach Identität als Mensch gemischter Herkunft in einer Gesellschaft, die Reinheit hochhält. Nori ist eine vielschichtige Heldin – oft passiv und fügsam, aber gleichzeitig extrem stark und intelligent.
Das Buch wurde für seine Atmosphäre, seinen historischen Kontext und seine emotionale Tiefe gelobt, obwohl einige Kritiker das überdramatische Ende bemängelten. In Kroatien wurde es als bewegende, epische Geschichte über das Erwachsenwerden, Zugehörigkeit und den Kampf gegen Traditionen gefeiert. Eine ideale Lektüre für Fans historischer Romane, Familiensagen und starker Frauenfiguren (ähnlich wie in „Die Geisha“ oder „The Joy Luck Club“, jedoch mit einem stärkeren Fokus auf ethnische Identität).
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