
Sabrana dela 10: Mati
Eine arme chinesische Bäuerin, von ihrem Mann verlassen, zieht ihre drei Kinder allein groß und kämpft gegen Hunger, Armut und gesellschaftlichen Druck. Eine bewegende Geschichte von mütterlicher Stärke und Aufopferung.
Pearl S. Bucks Roman Mutter erzählt die Geschichte einer namenlosen Bäuerin im ländlichen China des frühen 20. Jahrhunderts, kurz vor der Revolution von 1911. Die Hauptfigur, eine starke und fleißige Frau, lebt mit ihrem Mann, ihren drei Kindern (zwei Söhnen und einer Tochter) und ihrer blinden Schwiegermutter in einem ärmlichen Bauernhaus. Ihr Leben, geprägt von harter körperlicher Arbeit auf dem Feld und im Haus, ändert sich dramatisch, als ihr Mann – gutaussehend, aber faul und selbstsüchtig – sie nach einem Streit verlässt und nie wieder zurückkehrt.
Um Schande zu vermeiden und ihre Familie vor Gerüchten zu schützen, lügt die Mutter die Menschen in ihrer Umgebung an, ihr Mann sei zum Arbeiten in die Stadt gegangen, und später, er sei gestorben. Sie trägt die Last, ihre Familie allein zu ernähren: Sie bestellt das Land, trotzt Hungersnöten, Überschwemmungen und Dürren und versucht gleichzeitig, ihre Kinder großzuziehen und ihre blinde Schwiegermutter zu pflegen. Ihre Stärke ist unglaublich, doch jede neue Tragödie – das Schicksal ihrer Tochter, der Weg ihres Sohnes, ihre eigene Einsamkeit und das Alter – stürzt sie in moralische Dilemmata und tiefe innere Konflikte.
Buck schildert meisterhaft den Alltag der chinesischen Bauern: eine patriarchalische Gesellschaft, in der eine Frau ohne Ehemann fast unsichtbar und schutzlos ist, harte Arbeit auf dem Feld, der Kreislauf der Natur, der Segen und Verderben zugleich bringt. Der Roman beleuchtet Themen wie Mutterschaft als absolute Hingabe, weibliche Ausdauer, soziale Ungerechtigkeit und den Konflikt zwischen Tradition und Moderne in China.
Mutter ist ein intimes, psychologisch tiefgründiges Porträt einer gewöhnlichen Frau, die durch stilles Leiden und ständige Aufopferung zur Heldin wird. Das Buch strahlt Realismus und Empathie aus – Buck ließ sich von ihrem eigenen Leben in China und ihrer Bekanntschaft mit chinesischen Frauen inspirieren. Es gilt neben Die gute Erde als eines ihrer bewegendsten Werke und schildert eindrücklich die Universalität mütterlicher Liebe angesichts der harten Realität.
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