
Sabrana dela 7: Istočni vetar – zapadni vetar
„Ostwind, Westwind“ (1930) ist einer der frühen Romane von Pearl S. Buck. In einer arrangierten Ehe mit einem westlich gebildeten Mann löst sich die junge Kwei-lan allmählich von ihren Traditionen und entdeckt die Liebe im Aufeinandertreffen zweier Kultur
In einer kleinen chinesischen Stadt zu Beginn des 20. Jahrhunderts lebt Kwei-lan, ein Mädchen aus einer angesehenen, traditionellen Familie. Seit ihrer Kindheit sind ihre Füße nach altem Brauch gebunden, und ihre Ehe mit einem jungen Mann, den sie nie zuvor gesehen hat, wurde vor langer Zeit arrangiert. Als sie schließlich die Ehe eingeht, erlebt sie einen tiefen Schock: Ihr Ehemann ist ein in Amerika ausgebildeter Arzt, der eine völlig andere Weltanschauung mitbringt. Er wünscht sich keine unterwürfige Ehefrau, die ihm wie eine Sklavin dient, sondern eine gleichberechtigte Partnerin. Er lehnt Konkubinen ab, verachtet Aberglauben und verlangt von Kwei-lan, sich zu verändern.
Zunächst ist die junge Frau zutiefst unglücklich und verwirrt. Sie fühlt sich zurückgewiesen, weil sie seine Wünsche nicht versteht und er ihre traditionelle Rolle nicht akzeptiert. Doch ihre Liebe zu ihm ist stärker als ihre Angst. Unter großen körperlichen Schmerzen und innerem Kampf beschließt sie, ihre Füße zu lösen – ein Akt, der ihren Willen symbolisiert, sich von ihren alten Fesseln zu befreien. Während ihrer Genesung kümmert sich ihr Mann zum ersten Mal wirklich um sie, und zwischen ihnen entsteht eine tiefe Verbundenheit.
Nach und nach lernt Kwei-lan neue Sitten kennen, entdeckt die Freude am Muttersein und erkennt, dass die Ehe eine Partnerschaft und nicht nur eine Pflicht sein kann. Ihr Horizont erweitert sich: Sie beginnt, das Wissen, die Hygiene, die offene Kommunikation und die individuelle Freiheit, die westliche Einflüsse mit sich bringen, zu schätzen, ohne dabei ihre chinesische Identität zu verlieren.
Gleichzeitig spielt sich ein weiteres Drama in der Familie ab. Ihr Bruder, ebenfalls in Amerika ausgebildet, lehnt eine arrangierte Ehe ab und verliebt sich in eine Amerikanerin. Seine Entscheidung erschüttert die traditionelle Ordnung und fügt ihrer Mutter tiefen Schmerz zu. Sie zeigt, wie rasante Veränderungen ganze Familien auseinanderreißen können.
Durch Kwei-lans Geschichte schildert Pearl S. Buck subtil das Aufeinandertreffen zweier Kulturen – des östlichen Windes der Tradition und des westlichen Windes der Moderne. Der Roman ist nicht nur eine Liebesgeschichte, sondern auch ein einfühlsames Porträt einer Frau, die Altes und Neues, Angst und Mut, Vergangenheit und Zukunft miteinander versöhnt. Buck schreibt mit tiefem Verständnis für die chinesische Kultur, aber auch mit der Hoffnung, dass Liebe und Offenheit tiefe Gräben überwinden können. Das Buch strahlt Wärme, Intimität und den Glauben an die Veränderungsfähigkeit des Menschen aus.
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