
Bosna, kraj stoljeća
Das Werk ist zugleich eine politische, kulturelle und identitätsbezogene Reflexion über Bosnien an der Jahrhundertwende.
Lovrenović betrachtet Bosnien als eine komplexe und vielschichtige Gemeinschaft, in der verschiedene Religionen, Kulturen und Identitäten (katholisch, orthodox, islamisch, jüdisch) seit Jahrhunderten aufeinandertreffen. Er betont, dass Bosniens Einzigartigkeit gerade in dieser Pluralität und Verflechtung liegt, zeigt aber auch, wie die nationalen Ideologien des 19. und 20. Jahrhunderts das traditionelle Modell des Zusammenlebens allmählich zerstörten. Zentrales Thema des Buches ist der Zerfall der politischen und kulturellen Einheit Bosniens während des Krieges. Der Autor analysiert kritisch den Nationalismus der drei Seiten (bosniakisch, serbisch und kroatisch) und hebt hervor, wie ethnische Spaltungen zu Gewalt, Verfolgung und der Zerstörung eines gemeinsamen Kulturraums führten. Er konzentriert sich insbesondere auf die Lage der bosnischen Kroaten, die zwischen kroatischer Nationalpolitik und bosnischer Realität hin- und hergerissen sind. Lovrenović problematisiert zudem die Frage der Identität – was es bedeutet, Bosnier zu sein in einer Zeit, in der Identität auf Ethnizität reduziert wird. Er plädiert für die Idee von Bosnien als politischer und kultureller Gemeinschaft aller seiner Völker und wendet sich gegen exklusive nationale Projekte.
Es werden zwei Exemplare angeboten





