
Kuća na obali
Du Maurier verwebt meisterhaft Science-Fiction, die gotische Atmosphäre Cornwalls und ein psychologisches Drama – über Sucht, Realitätsflucht, Identität und den Wert der Nostalgie. Ein spannender und introspektiver Roman, der die Gefahr der Vergangenheit
Dick Young, ein Vierzigjähriger mitten in der Midlife-Crisis, leiht sich Kilmarth House an der Küste Cornwalls von seinem alten Freund, dem Biochemieprofessor Magnus Lane. Magnus, ein exzentrisches Genie, überredet Dick, als Versuchskaninchen für sein geheimes Experimentalmedikament zu posieren – eine Substanz, die mentale Zeitreisen ermöglicht, aber keine physischen Handlungen in der Vergangenheit.
Dick willigt ein und findet sich bald im 14. Jahrhundert wieder, im Dorf Tywardreath (dessen Name auf Kornisch „Haus am Ufer“ bedeutet). Er wird zum unsichtbaren Beobachter des Lebens mittelalterlicher Gestalten: Intrigen, Ehebruch, politische Ränkespiele, Mord und der Alltag von Adeligen, Bauern und Mönchen. Jedes Mal, wenn er das Medikament einnimmt, taucht Dick tiefer in diese Vergangenheit ein – fasziniert von ihrer rohen Kraft, ihren Geheimnissen und menschlichen Leidenschaften.
In der Gegenwart wird Dicks Leben mit seiner amerikanischen Frau Vita und ihren Söhnen zunehmend eintönig und angespannt. Er verfällt der Reisesucht: Er nimmt immer höhere Dosen, verbringt immer mehr Zeit in der Vergangenheit, vernachlässigt seine Familie und die Realität. Die Grenzen zwischen den beiden Welten verschwimmen – Dick verliert den Bezug zur Realität, erlebt Halluzinationen und gerät in gefährliche Situationen.
Der Roman endet dramatisch: Dicks letzter Zeitsprung führt ihn in die Zeit des Schwarzen Todes im Jahr 1349, und Magnus verschwindet unter mysteriösen Umständen. Dick erkennt den schrecklichen Preis der Flucht aus der Gegenwart – die Vergangenheit kann einen Menschen verschlingen, wenn er zu sehr an ihr hängt.
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