
Naš čakavski problem: marginalije
Eine Sammlung kurzer Essays, Reflexionen und Randbemerkungen zur Stellung des tschakavischen Dialekts in der kroatischen Literatur und Kultur. Das Werk enthält ein Vorwort des Schriftstellers und Kritikers Antun Bonifačić.
In seinem Buch erörtert Štefanić den Status des Tschakavischen im Verhältnis zum Štokavischen Standard, seinen literarischen Wert, die Möglichkeiten seiner Verwendung in der zeitgenössischen Literatur sowie die kulturelle und sprachliche Marginalisierung des tschakavischsprachigen Raums (Istrien, Kvarner, Dalmatien). Das Werk gehört zu den zeitgenössischen Diskussionen über die kroatische Literatursprache und Dialekte, die in der Zwischenkriegszeit geführt wurden. Der Autor plädiert für eine stärkere Anerkennung und eine literarische Wiederbelebung des Tschakavischen und kritisiert die Dominanz des Štokavischen Ausdrucks.
Das Buch ist im polemischen, persönlichen und engagierten Stil eines typischen Marginalisten verfasst – nicht als systematische wissenschaftliche Studie, sondern als eine Reihe subjektiver Beobachtungen, Kritiken und Anregungen. Bonifačićs Vorwort verleiht ihm in literarischen Kreisen zusätzliches Gewicht.
In einer Zeit, als der kroatische Standard fest auf dem Štokavischen Sprachgebrauch beruhte, stellten solche Werke Stimmen dar, die sich für dialektale Vielfalt und regionale Literaturtraditionen einsetzten. Štefanićs Broschüre zählt zu den selteneren Beiträgen zu den sprachlichen und literarischen Fragen des Štokavischen Sprachgebrauchs der 1930er Jahre.
Heute ist diese Ausgabe eine bibliografische Rarität und wird gelegentlich in Lehrplänen für Kroatik als ergänzende Literatur zu Themen wie kroatischen Dialekten, regionaler Literatur und Sprachpolitik erwähnt. Sie ist ein interessantes Dokument der Debatten der Zwischenkriegszeit über die kroatische Sprachidentität und das Verhältnis zwischen Standardsprache und Dialekten.
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