
Čudnovato prijateljstvo glumca Jeseniusa
Ivan Olbrachts Geschichte folgt dem Schauspieler Jesenius, der sich auf die Rolle des Jan Jesenius vorbereitet und durch die Identifikation mit ihm allmählich psychisch destabilisiert wird und sein eigenes Identitätsgefühl verliert.
Ivan Olbracht war ein tschechischer Schriftsteller und einer der wichtigsten Vertreter sozialkritischer und psychologisch tiefgründiger Prosa in der tschechischen Literatur der Zwischenkriegszeit. Seine Werke verbinden häufig Gesellschaftskritik mit der Erforschung der inneren Konflikte des Individuums.
In dem Werk Die seltsame Freundschaft des Schauspielers Jesenius steht der Schauspieler Jesenius im Mittelpunkt, der sich auf die Rolle des historischen Jan Jesenius vorbereitet, eines Arztes und Humanisten, der nach dem Aufstand der tschechischen Stände hingerichtet wurde. Während der Proben identifiziert sich der Schauspieler zunehmend mit der Figur, die er verkörpert, sodass die Grenze zwischen seiner Persönlichkeit und der historischen Figur immer mehr verschwimmt.
Mit zunehmender Identifikation erlebt der Schauspieler psychische Instabilität, innere Zerrissenheit und einen Verlust des Realitätsbezugs. Die künstlerische Rolle ist nicht länger nur eine Theateraufgabe, sondern wird zu einer existenziellen Obsession, die ihn psychisch zerstört. Dies unterstreicht die Gefahr der völligen Verschmelzung mit einer künstlerischen Rolle.
Olbrachts Werk ist bedeutsam, weil er mit modernistischer Herangehensweise das Verhältnis von Kunst und Wirklichkeit, die Identität und die Grenzen der menschlichen Psyche erforscht. Als sozial engagierter Schriftsteller blieb Olbracht in der tschechischen Literatur aufgrund seiner Gesellschaftskritik, seines Interesses am „kleinen Mann“ und seiner Darstellung der moralischen und psychologischen Dilemmata des Einzelnen in krisengeschüttelten historischen und sozialen Zeiten eine wichtige Figur.
Angeboten wird ein Exemplar





