
Ne okreći se, sine
„Dreh dich nicht um, Sohn“ von Arsen Diklić ist ein Kriegsroman über einen Vater, der versucht, seinen Sohn im besetzten Zagreb vor der Indoktrination durch den Feind zu retten – eine Geschichte voller Spannung, Angst und elterlicher Loyalität.
Dreh dich nicht um, Sohn von Arsen Diklić ist ein Jugendroman, der auf dem Drehbuch des gleichnamigen Films von Branko Bauer aus dem Jahr 1956 basiert und zu den bedeutendsten Kriegsromanen der südslawischen Jugendliteratur zählt.
Die Handlung spielt während des Zweiten Weltkriegs und erzählt von Neven Novak, der nach seiner Befreiung aus einem Konzentrationslager ins besetzte Zagreb zurückkehrt, um seinen Sohn Zoran zu finden und zu sich zu nehmen. Der Junge ist unter dem Einfluss der Ustascha-Behörden und des Bildungssystems aufgewachsen, das ihn von seinem Vater trennte und ihn nach und nach gemäß der Ideologie des Regimes formte.
Die zentrale Spannung des Romans rührt nicht nur von der Flucht und der Gefahr her, sondern auch von der schmerzlichen Tatsache, dass Vater und Sohn nicht mehr derselben Welt angehören. Neven muss das Kind retten, doch dabei kann er nicht auf einfache Wiedererkennung oder sofortige Nähe hoffen. Genau deshalb ist der Titelsatz – „Dreh dich nicht um, mein Sohn“ – so emotional aufgeladen: Er ist zugleich Befehl, Schutz und Ausdruck väterlicher Liebe in einem Moment höchster Gefahr.
Diklićs Roman ist wichtig, weil er den Krieg nicht nur als Schauplatz von Ereignissen, sondern auch als Ort ideologischer Entstellung, des Vertrauensverlusts und der Zerstörung der Familie darstellt. In seinem Werk zählt er zu den bekanntesten und ist zugleich ein Beispiel für Prosa, die filmische Spannung, eine klare Handlung und einen starken emotionalen Kern vereint. Deshalb bleibt Dreh dich nicht um, mein Sohn ein eindrucksvolles Buch über elterliche Loyalität, Kindheit im Krieg und den Versuch, die Nähe wiederherzustellen, die die Geschichte gewaltsam zerstört hat.
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