
Gospođa Sabina
Der naturalistische Roman schildert den moralischen Verfall der Zagreber High Society anhand der berechnenden Sabina, deren Gier und Intrigen in den familiären und finanziellen Ruin führen.
„Gospođa Sabina“ (Frau Sabina) ist einer der berühmtesten Romane von Eugen Kumičić; das 1883 veröffentlichte Werk gilt als ein Schlüsselwerk des kroatischen Naturalismus. Die in Zagreb spielende Geschichte schildert das Leben der titelgebenden Protagonistin, der Ehefrau eines Adligen und hochrangigen Regierungsbeamten. Sabina ist eine ausgesprochen machtgierige, eitle und materialistische Frau, deren einziges Ziel der gesellschaftliche Aufstieg und die Aufrechterhaltung der glanzvollen Fassade des Hochadels ist. Um ihren verschwenderischen Lebensstil zu finanzieren, lässt sie sich auf dubiose Finanzgeschäfte ein, manipuliert ihr Umfeld und nutzt rücksichtslos die Stellung ihres Mannes sowie die Schwächen anderer aus. Ihr Haus entwickelt sich zu einem Treffpunkt der Zagreber Elite, doch hinter der Kulisse aus Eleganz und gesellschaftlichen Zusammenkünften verbergen sich Heuchelei, Täuschung und moralischer Verfall. Kumičić setzt in dem Roman konsequent naturalistische Stilmittel ein und liefert eine detaillierte Analyse dessen, wie das soziale Umfeld und menschliche Instinkte den Untergang eines Individuums herbeiführen. Durch den tragischen Ausgang und den Zusammenbruch der Familie übt der Autor scharfe Kritik an der Korruption und Oberflächlichkeit der städtischen Gesellschaft jener Zeit. „Gospođa Sabina“ bleibt eine eindringliche Studie über menschliche Gier und gesellschaftliche Heuchelei in der kroatischen Literatur.
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