
Krčma na plovnom putu
Mladen Markov (1934–2013), ein serbischer Prosaautor aus der Vojvodina, der für seine Themen aus dem ländlichen Leben in der Batschka, Kriegstraumata und Nachkriegsschicksalen bekannt war, veröffentlichte die Sammlung Krčma na plovnom putu als eine Auswah
Die Titelgeschichte und die meisten Texte spielen in der pannonischen, schiffbaren Region entlang der Donau oder der Kanäle – dem symbolischen „schiffbaren Weg“ des Lebens, wo Vergänglichkeit, ländlicher Alltag, Kriegsverletzungen und die Realität der Nachkriegszeit aufeinandertreffen. Markov schreibt realistisch, mit einem Hauch von Lyrik und Gesellschaftskritik, und konzentriert sich dabei auf einfache Menschen – Bauern, Arbeiter, Kriegsheimkehrer, Frauen und Kinder –, die im Netz von Geschichte, Armut und moralischen Dilemmata gefangen sind.
Besonders wichtig sind die Geschichten über das Schicksal der Volksdeutschen: „Der Dienst der Adolfine Froman“, „Žito“, „Fritz“ und „Šampion“ – sie zeigen, wie die Nachbarn von gestern im Krieg und später in Lagern und Verfolgung zu Feinden wurden. Markov urteilt nicht schwarz-weiß: Er zeigt die Komplexität von Hass und Verrat, aber auch die Menschlichkeit unter extremen Bedingungen. Er hinterfragt, wie es zu der gegenseitigen Vernichtung friedlicher Mitbürger (Serben, Deutsche, Ungarn) kommen konnte, und kritisiert die Repressionen gegen die Zivilbevölkerung nach dem Krieg.
Andere Erzählungen handeln vom Landleben, von Liebe, Tod, der Feldarbeit und dem Alkohol in Kneipen – Metaphern für Vergänglichkeit und Sinnlosigkeit. Der Stil ist schlicht, die Sprache reich an Dialekt, mit einem ausgeprägten Gespür für die Details des Alltags und die Psychologie der Figuren.
Die Sammlung ist Teil von Markovs Werk über die Vojvodina (neben „Der Froschsprung“ und „Der Exorzismus Gottes“) und von Bedeutung für das Verständnis der multiethnischen Traumata in Jugoslawien. Realistisch, emotional und ohne Pathos zeigt sie, wie die „Seewege“ der Geschichte die Menschen in die Ungewissheit führen und die Kneipe ein Ort bleibt, an dem sie sich treffen, reden und erinnern. Das Buch ist in Antiquariaten selten und wird von Kennern der Vojvodina-Prosa geschätzt.
Es werden zwei Exemplare angeboten





