
Simeon Veliki
Das Werk ist ein historisches Drama, das in der ersten Hälfte des 10. Jahrhunderts, während des Konflikts zwischen dem Bulgarischen Reich unter Kaiser Simeon I. dem Großen und dem Kroatischen Königreich unter König Tomislav, spielt. Erste Auflage.
Die Hauptfigur in Tresićs historischem Drama ist Simeon der Große, ein ehrgeiziger bulgarischer Herrscher, der nach der Hegemonie über die Balkanslawen und der Ausdehnung seines Reiches auf Kosten von Byzanz und dessen Nachbarn strebt. Ihm gegenüber steht Tomislav, der kroatische König, der die Idee eines slawischen Bundes und der gleichberechtigten Zusammenarbeit der Balkanvölker verkörpert. Der Konflikt zwischen diesen beiden Ideen – bulgarischer Hegemonie und kroatischem Bund – bildet den ideologischen Kern der Tragödie. Der Sieg liegt bei der kroatischen Idee.
Die Tragödie enthält sowohl romantische als auch dynastische Motive: Simeons Tochter Rajna ist in Tomislav verliebt und wird kroatische Königin, was das Verhältnis zwischen Vater und Schwiegersohn zusätzlich verkompliziert. Das Drama ist geprägt von Intrigen, Kriegshandlungen, Verrat (z. B. durch den serbischen Prinzen Zaharija) und endet mit Simeons Niederlage. Tomislav tritt später im Drama auf (im 4. Akt, bei der Krönung auf dem Duvnoj-Feld), jedoch als starke ideologische und militärische Kraft.
Tresić verfasste das Werk unter eingehender Auseinandersetzung mit *historischen Quellen (Porfyrogenet, byzantinischen Chronisten, Rački, Kukuljević, Jireček usw.), beinahe wie eine wissenschaftliche Studie, jedoch mit einem patriotischen und romantischen Ansatz. Im Nachwort betont er deutlich den Konflikt der Ideen: die Hegemonie eines Stammes (der Bulgaren) versus den Bund (der Kroaten).
Die Uraufführung fand 1896 am Kroatischen Nationaltheater statt, doch aufgrund ihrer epischen Länge und der eher passiven Hauptfigur blieb der Theatererfolg aus. Das Werk gehört zu einer Reihe von Tresićs historischen Dramen mit nationalen und klassischen Motiven (Ljutovid Posavski, Katarina Zrinska usw.). Heute wird es als Ausdruck des kroatischen romantischen Historismus des späten 19. Jahrhunderts und als seltene dramatische Darstellung der kroatisch-bulgarischen Beziehungen im Mittelalter geschätzt.
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