
Učilištna i domašnaja Biblija: Stari zavjet
Die erste gedruckte Ausgabe der Übersetzung von Teilen des Alten Testaments aus dem Kirchenslawischen (und Deutschen) ins Serbische. Das Werk von Bischof Platon Atanacković war für den Schul- und Hausgebrauch bestimmt und enthielt 21 Kupferstiche Wiener M
Ein bedeutendes Denkmal der serbischen Bibelliteratur des 19. Jahrhunderts ist ein wichtiges Werk des serbisch-orthodoxen Bischofs, Schriftstellers und Kulturarbeiters Platon Atanacković (1788–1867), geboren in Sombor. Es wurde 1857 in Wien von der renommierten Mechitaristen Druckerei veröffentlicht, die für ihre hochwertigen kirchlichen und wissenschaftlichen Publikationen bekannt war.
Dies ist die erste gedruckte Ausgabe der Übersetzung von Teilen des Alten Testaments ins moderne Serbische (die damalige Volkssprache). Atanacković übersetzte aus dem Kirchenslawischen und teilweise aus dem Deutschen, um den biblischen Text einem breiteren Publikum, insbesondere Schülern und Familien, zugänglich zu machen. Das Buch ist für den Gebrauch in Schulen (Universitäten) und zu Hause bestimmt, was seinen pädagogischen und religionspädagogischen Charakter unterstreicht.
Das Werk umfasst den größten Teil des Alten Testaments, mit besonderem Fokus auf die für den Religionsunterricht und die Bildung wichtigsten Bücher. Das kompakte Format macht es praktisch für den täglichen Gebrauch. Von besonderem Wert sind die 21 Kupferstiche Wiener Meister – jeder ist signiert, und die Illustrationen zeigen wichtige biblische Szenen und Motive. Die Illustrationen trugen wesentlich zum besseren Textverständnis bei, insbesondere für jüngere Leser.
Platon Atanacković, Bischof von Buda (1839–1851) und Bačka (1851–1867), Präsident der Matica Srpska und ein bedeutender Förderer der serbischen Kultur und Bildung, widmete einen Großteil seines Lebens der Übersetzungs- und Bildungsarbeit. Seine Bibelübersetzungen stellen einen wichtigen Schritt in der Entwicklung der serbischen Bibelsprache vor der endgültigen Übersetzung von Daničić und Karadžić dar. Er setzte sich dafür ein, den heiligen Text den Menschen näherzubringen und kämpfte gegen den vorherrschenden Gebrauch des zunehmend unverständlichen Kirchenslawischen.
Die besondere Bedeutung dieser Ausgabe liegt im linguistischen Aspekt: Atanacković widersetzte sich konsequent Vuks Reform der serbischen Sprache und befürwortete einen traditionelleren, literarisch-kirchlichen Idiom. Diese Übersetzung ist daher nicht nur eine pädagogische Lektüre, sondern auch ein direktes Zeugnis des damaligen Sprachkampfes – hinsichtlich Wortschatz, Rechtschreibung und Stil, die die Normen der Zeit vor Vuk bewahren. In diesem Sinne ist das Buch eine wertvolle Quelle für die Erforschung des Verhältnisses zwischen kirchlicher Tradition, Schulkanon und Sprachstandardisierung im 19. Jahrhundert.
Die Ausgabe von 1857 gilt unter antiquarischen Büchern als Rarität. Heute wird sie als ein wichtiges Zeugnis der serbisch-orthodoxen Kultur, der Übersetzungsgeschichte und der Entwicklung der Literatursprache im 19. Jahrhundert geschätzt. Es spiegelt die Bemühungen der serbischen Intellektuellen in der Habsburgermonarchie wider, die öffentliche Bildung zu fördern und die religiöse Identität durch verständliche Sprache und hochwertige Publikationen zu stärken.
Der Übersetzungsstil ist feierlich, aber zugänglicher als reines Kirchenslawisch, um den Text klar und lehrreich zu gestalten. Das Buch ist nach wie vor eine wichtige Quelle für die Erforschung der serbischen Bibliographie, Theologie und Kulturgeschichte. Antiquarische Exemplare sind aufgrund ihrer historischen Bedeutung und der prachtvollen Illustrationen sehr begehrt.
Jedan primjerak je u ponudi
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