
Rasprave o metodi
„Diskurse über die Methode“ ist eine Sammlung von Aufsätzen und Diskussionen des bedeutenden kroatischen Soziologen Ivan Kuvačić (1924–2005), die während seiner langjährigen Tätigkeit am Institut für Soziologie der Philosophischen Fakultät in Zagreb entst
1,071 Das Buch behandelt zentrale methodologische Probleme der Sozialwissenschaften im Kontext der hochentwickelten kapitalistischen Gesellschaft der späten 1970er und 1980er Jahre. Kuvačić analysiert kritisch die Widersprüche und Tendenzen verschiedener Ansätze zur Erforschung sozialer Realität: positivistischer Empirismus versus Kritische Theorie, quantitative versus qualitative Methoden, Objektivität versus aktives Engagement der Forschenden, Reduktionismus versus Dialektik. Er konzentriert sich insbesondere auf die Grenzen des aus den Naturwissenschaften übernommenen positivistischen Modells in der Sozialforschung – er vertritt die Ansicht, dass Sozialwissenschaften keine „reinen“ Wissenschaften sein können, da sie von Werten, Ideologie und historischem Kontext durchdrungen sind.
Der Autor plädiert für einen kritischen, dialektischen Ansatz, inspiriert von der marxistischen Tradition (Frankfurter Schule, Habermas, aber auch seiner eigenen Synthese), in dem die Methode kein technisches Werkzeug, sondern ein Weg zum Verständnis sozialer Integrität, Widersprüche und Möglichkeiten der Emanzipation ist. Er erörtert die Rolle der Soziologen in der Gesellschaft: Sollten sie neutrale Beobachter sein oder engagierte Kritiker, die die Mechanismen der Herrschaft und Entfremdung aufdecken?
"Die in diesem Buch gesammelten Diskussionen entstanden im Laufe meiner langjährigen Tätigkeit am Soziologischen Institut der Philosophischen Fakultät in Zagreb im Rahmen der Lehre der Erkenntnistheorie. Wenn ich sage, dass sie sich primär mit methodischen Problemen befassen, meine ich damit, dass ich mich vor allem für jene Ideen interessierte, die ein Forschungsfeld aus einem bestimmten Blickwinkel beleuchten und somit als Leitfaden dienen. Dies bedeutet auch, dass es sich nicht um abstrakte Konstruktionen handelt, sondern um Ideen, die eng mit aktuellen Ereignissen verknüpft sind. Ihr Zweck ist es, umfassend konzipierte Forschung zu sozialen Phänomenen anzuregen und zu unterstützen. Das Feld der Forschungstechniken und -verfahren wird jedoch nicht behandelt, mit Ausnahme zweier Diskussionen, in denen das Verhältnis zwischen qualitativen und quantitativen Ansätzen analysiert wird."
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