
Bura: novele
„Bura“ (1928) ist eine Sammlung von Kurzgeschichten von Ferdo Čulinović. Realistische Geschichten, inspiriert von den Erfahrungen des Autors als Richter, mit Themen wie sozialer Ungerechtigkeit, dem einfachen Mann und den turbulenten sozialen Verhältnisse
Bura ist das einzige bedeutende literarische Werk des kroatischen Rechtshistorikers und Professors Ferdo Čulinović (1897–1971). Es erschien 1927 (einige Exemplare datieren es auf 1928) in Subotica im Verlag Maričić i Janković.
Die Sammlung enthält mehrere Novellen (Kurzgeschichten) im realistischen Stil. Čulinović verfasste sie während seiner Tätigkeit als Richter und Staatsanwalt in Subotica und anderen Orten im Königreich der Serben, Kroaten, Slowenen und Nahosts. Daher basieren die Geschichten stark auf realen sozialen und rechtlichen Problemen jener Zeit – Armut, soziale Ungerechtigkeit, die Schicksalsschläge einfacher Menschen, Bürokratie, moralische Dilemmata und die Wirren des Lebens im jungen Staat.
Der Stil ist direkt, ernst und engagiert, mit einem ausgeprägten sozialen Bewusstsein. Der Autor strebt nicht nach formalen Experimenten, sondern nach einer präzisen Darstellung der Realität und menschlicher Schicksale. Die Erzählungen tragen einen autobiografischen und autobiografisch-juristischen Stempel, was ihnen dokumentarischen Wert verleiht. Bura ist ein seltenes Beispiel für das literarische Schaffen eines Juristen, der später zu einem der produktivsten jugoslawischen Rechtshistoriker wurde.
Das Werk ist heute eine große antiquarische Rarität. Exemplare tauchen nur sehr selten auf dem Markt auf und sind bei Sammlern kroatischer und serbischer Literatur der Zwischenkriegszeit, insbesondere solchen, die nach weniger bekannten Autoren aus juristischen Kreisen suchen, hoch geschätzt. Es bietet einen interessanten Einblick in das Werk eines Autors, der ansonsten für seine umfangreichen wissenschaftlichen Monografien zur Staats- und Rechtsgeschichte Jugoslawiens bekannt ist.
Bura zeugt von Čulinovićs frühen Jahren, in denen er neben seiner juristischen Tätigkeit auch Interesse an Belletristik und Gesellschaftskritik zeigte. Nach 1945 widmete er sich vollständig der wissenschaftlichen Arbeit, sodass diese Sammlung seine einzige wirkliche literarische Spur darstellt.
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