
Satir iliti divlji čovik
Das Aufklärungsgedicht „Satyr oder der Wilde Mann“ von M. A. Reljković kritisiert im Dialog zwischen einem Satyr und einem Slawonier scharf veraltete Bräuche sowie Nachlässigkeit und ruft zu Bildung, Arbeit und Fortschritt in Slawonien auf.
„Satyr oder der Wilde Mann“ (1. Auflage 1762, erweitert 1779) ist das bedeutendste Werk der kroatischen Aufklärung, verfasst von dem slawonischen Schriftsteller und Offizier Matija Antun Reljković. Dieses didaktisch-satirische Gedicht, das im zeiligen Versmaß der Volkspoesie verfasst wurde, entstand mit der klaren Absicht, die slawonische Bauernschaft nach einem Jahrhundert osmanischer Herrschaft zu bilden, zu unterweisen und wirtschaftlich voranzubringen. Im Zentrum des erzählerischen Rahmens steht die Figur des Satyrs – eines mythischen Waldwesens („wilder Mann“) –, der Slawonien beobachtet und im direkten Dialog mit einem slawonischen Bauern scharfe Kritik an der damaligen Lebensweise übt. Der Satyr spart nicht mit Kritik an den Lastern des Volkes – Aberglaube, Trunksucht, Müßiggang, Vernachlässigung der Landwirtschaft, Fluchen und Unwissenheit –, die er als Hauptursachen für die Armut und Rückständigkeit der Region benennt. Demgegenüber preist Reljković die natürlichen Reichtümer Slawoniens und gibt konkrete, von der Aufklärung geprägte Ratschläge zu Hygiene, rationeller Wirtschaftsführung, Bildung und moralischer Lebensweise. Obwohl das Werk von einem christlichen und moralischen Geist durchdrungen ist, hatte es eine außerordentliche gesellschaftliche und kulturelle Wirkung. „Satyr oder der Wilde Mann“ erfreute sich bei den Zeitgenossen großer Beliebtheit und gilt bis heute als wichtiges Zeugnis für das Ringen um Aufklärung und Modernisierung des kroatischen Landlebens im 18. Jahrhundert.
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Kopiennummer 1
- Leichte Beschädigung der Abdeckung
Kopiennummer 2
Kopiennummer 3
- Abgenutzte Bezüge





