
Truba za Bleiburg
Marino Zurl (1929–2006), ein kroatischer Schriftsteller und Publizist, schreibt in seinem Roman „Trompete für Bleiburg“ über eines der umstrittensten und tabuisiertesten Themen der kroatischen Geschichte – das Massaker von Bleiburg und den Kreuzweg im Jah
Die Autorin konzentriert sich nicht primär auf historische Fakten, die Chronologie der Ereignisse oder die politischen Ursachen der Massenliquidationen besiegter kroatischer Soldaten und Zivilisten nach der Kapitulation von Bleiburg. Stattdessen wendet sich der Roman den Folgen für die nächste Generation zu – den Kindern und Enkeln der Opfer, die das Trauma, das Schweigen, die Angst und die Unfähigkeit, die Vergangenheit im sozialistischen Jugoslawien zu verarbeiten, in sich tragen.
Die Geschichte folgt Figuren, die versuchen, die Mauer des Schweigens zu durchbrechen: den Söhnen und Töchtern der Ermordeten, den Überlebenden der Lager und denjenigen, die an der Repression beteiligt waren. Zurl nutzt intime, familiäre Perspektiven, Erinnerungen, Träume und Halluzinationen, um eine tiefe Wunde darzustellen, die über Generationen weitergegeben wird – das „kroatische Syndrom“ kollektiven Traumas, Schuldgefühle, Angst und verdrängter Identität.
Der Titel „Trompete für Bleiburg“ symbolisiert einen Aufruf zum Erwachen, zum lauten Aussprechen eines Tabuthemas – die Trompete als Weckruf, aber auch als posthumes Zeichen für die Toten. Der Roman ist emotional, introspektiv, mitunter lyrisch, mit Elementen eines psychologischen Dramas und Kritik am totalitären System, das Schweigen verordnet.
Das Buch leistete in den 1990er-Jahren einen wichtigen Beitrag zur Öffnung des Themas Bleiburg in der kroatischen Literatur, als es aus dem Untergrund an die Öffentlichkeit trat. Zurl schreibt ohne Pathos, aber mit tiefem Mitgefühl für die Opfer und ihre Nachkommen und betont, dass Versöhnung nur durch Wahrheit und Erinnerung möglich ist.
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