
Bulletin - Pedeset godina Velikog oktobra 1917. - 1967.
In „Fünfzig Jahre des Großen Oktober 1917–1967“ schreibt Miroslav Krleža über die Oktoberrevolution aus der Perspektive eines Schriftstellers, der ihr ideologisch nahesteht, aber niemals mit ihrer Umwandlung in ein System starrer Wahrheiten einverstanden
In diesem Essay geht Krleža von der Tatsache aus, dass die Revolution von 1917 tatsächlich Raum für beispiellose soziale Veränderungen schuf – sie stürzte das alte Imperium, gab Arbeitern, Bauern und unprivilegierten Intellektuellen eine Stimme und entfachte eine weltweite Welle der Hoffnung auf eine gerechtere Welt.
Krleža akzeptiert diese Geschichte jedoch nicht als Dogma. Seine Haltung zum Oktober ist ambivalent: Er erkannte zwar ideologisch die progressive Kraft der Revolution an, war aber gleichermaßen irritiert über jede Verfestigung des Denkens, jeden Versuch, eine politische Idee zu einer unumstößlichen Wahrheit zu erheben. Daher hat der Essay einen kritischen Ton – der Autor erinnert an die Repression, die Bürokratisierung und die Angst, die das ursprüngliche revolutionäre Ideal in den folgenden Jahrzehnten untergruben.
In einem unverkennbaren, prägnanten Stil verknüpft er weite historische Panoramen mit persönlichen Beobachtungen und zeigt, wie Ideen entstehen und sich dann in Formen verfestigen, die oft ihren eigenen Ursprüngen widersprechen. Krleža feiert den Oktober nicht rituell; Er sieht darin ein historisches Faktum mit starkem emanzipatorischem Potenzial, aber auch eine ideologische Matrix, die, gefangen in ihren eigenen Mustern, oft in die Irre führte.
Der Essay wird somit zur Reflexion eines Autors, der dem linken ideologischen Zirkel angehört, sich aber weigert, dessen propagandistisches Sprachrohr zu sein. Für Krleža ist der Oktober sowohl Versprechen als auch Warnung – ein Moment, in dem die Geschichte für die Schwachen sprach, aber auch ein Beispiel dafür, wie eine große Idee ihr menschliches Antlitz verlieren kann, wenn sie zum Dogma wird.
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