
Putovanje po Bosni
Ivan Kukuljević Sakcinskis Reisebericht liefert eine lebendige Schilderung Bosniens Mitte des 19. Jahrhunderts und beschreibt Landschaft, Sitten, politische Verhältnisse und den Alltag unter osmanischer Herrschaft.
„Eine Reise durch Bosnien“ von Ivan Kukuljević Sakcinski erschien ursprünglich Mitte des 19. Jahrhunderts nach seinen Reisen durch Bosnien, das damals noch zum Osmanischen Reich gehörte. Diese Ausgabe (Fortuna, 2007) bietet eine getreue Wiedergabe des Textes, der zu den bedeutendsten kroatischen Reiseberichten jener Zeit zählt. Kukuljević nähert sich Bosnien als Historiker, Politiker und Vertreter der frühen Illyrerkultur, und seine Beobachtungen vereinen die Neugier eines Reisenden mit dem analytischen Scharfsinn eines Gelehrten.
Das Buch bietet detaillierte Beschreibungen von Städten, Dörfern und Naturlandschaften: von Sarajevo und Travnik bis hin zu kleineren Orten, die der Autor als lebendige Zentren für Handel, Handwerk und kulturelle Begegnungen beschreibt. Besonderes Augenmerk legt er auf die sozialen Beziehungen in Bosnien, die komplexe ethnische und religiöse Struktur sowie die Bräuche der muslimischen, christlichen und jüdischen Bevölkerung. Sakcinski schildert zudem viele kleine Szenen des Alltags – von der Kleidung bis zur Gastfreundschaft – und zeichnet so das Bild eines Raumes im Übergang zwischen Tradition und beginnender Modernisierung.
Die politische Lage unter osmanischer Herrschaft ist ebenfalls ein wichtiges Thema. Der Autor beschreibt das Verwaltungssystem, die Steuern, den Militärdienst und die besondere Stellung der Christen in Bosnien, mitunter kritisch, aber stets bemüht, die lokale Logik und den historischen Kontext zu verstehen. Darüber hinaus verweist er auf historische Denkmäler, alte Festungen, Ruinen und Spuren des mittelalterlichen Bosniens und verleiht dem Reisebericht so den Wert einer historischen Dokumentation.
Sakcinskis Stil ist lebendig, mitunter literarisch und oft von den politischen Ideen der Zeit geprägt – insbesondere von seinem Interesse an der slawischen und südslawischen Geschichte. Daher ist dieser Reisebericht nicht nur ein Reisebericht, sondern auch ein kulturhistorisches Dokument, das die illyrische Sicht auf Bosnien als einen Raum tiefer Verbundenheit, aber auch großer Unterschiede widerspiegelt.
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