Ivan Kukuljević Sakcinski

Ivan Kukuljević Sakcinski (Varaždin, 29. Mai 1816 – Puhakovec bei Sveti Križa Začretje, 1. August 1889) war ein kroatischer Historiker, Schriftsteller, Bibliograf, Politiker und Kulturschaffender. Er zählte zu den führenden Vertretern der kroatischen Nationalbewegung (Illyrischen Bewegung) und gilt als Begründer der modernen kroatischen Geschichtsschreibung, Archäologie und Kunstgeschichte.

Er entstammte einer alten Adelsfamilie aus der Herzegowina. Er besuchte Gymnasien in Varaždin und Zagreb, studierte Philosophie in Zagreb und absolvierte eine Offiziersausbildung in Wien. Nach seinem Wehrdienst engagierte er sich ab den 1840er Jahren aktiv im politischen und kulturellen Leben. 1843 hielt er die erste Rede in kroatischer Sprache im kroatischen Parlament (2. Mai), die den Beginn des Kampfes um die offizielle Verwendung der Volkssprache anstelle des Lateinischen markierte. 1847 wiederholte er die Forderung, woraufhin Kroatisch zur Amtssprache des Parlaments wurde. Er beteiligte sich an der Revolution von 1848, war Mitglied des Ban-Rates, ein enger Vertrauter von Ban Josip Jelačić und einer der Verfasser der „Forderungen des Volkes“. Nach dem Scheitern der Revolution zog er sich aus der aktiven Politik zurück, um in den 1860er Jahren als Großpräfekt von Zagreb (1861–1867) und Gouverneur des Bans zurückzukehren.

Er gründete die „Gesellschaft für Jugoslawische Geschichte“ (1850), rief das „Archiv für Jugoslawische Geschichte“ (1851–1875) ins Leben, war der erste Provinzial-Denkmalpfleger (ab 1855) und Präsident der „Matica hrvatska“ (1874–1889). Als Provinzialarchivar begründete er den modernen Archivdienst. Er bereiste Kroatien, Dalmatien, Bosnien, Italien und andere Länder und sammelte historisches Material, Inschriften und Kunstwerke.

Hauptwerke (Auswahl):

  • Literarisch: Drama Juran und Sofia oder die Türken bei Sisak (1839), Slavjanke (1848), Tragödie Marula (1879), Historische Lieder (1874). Wissenschaftlich: die erste kroatische Bibliographie Bibliografia hrvatska: tiskane knjige (1860, mit einer Ergänzung von 1863), Slovnik umjetnikah jugoslavenskih (1859–1860, unvollendet), Quellensammlungen Iura regni Croatiae… (1861–62), Acta Croatica (1863), Codex diplomaticus… (1874–75), Monographien über Marko Marulić, Julije Klović, Andrija Medulić, Zrin u. a.

Kukuljevićs Werk zeichnet sich durch seine Vielseitigkeit aus: vom politischen Kampf um die kroatische Sprache und das kroatische Recht über die systematische Sammlung und Veröffentlichung historischer Quellen bis hin zur Etablierung wissenschaftlicher Disziplinen. Trotz seiner adligen Herkunft war er ein leidenschaftlicher Verfechter nationaler Identität und südslawischer Zusammenarbeit. Sein Vermächtnis bildet das Fundament der kroatischen Geschichtsschreibung und des kulturellen Erbes des 19. Jahrhunderts. Die Kukuljević-Charta des Kroatischen Bibliotheksverbandes ist nach ihm benannt.


Titel im Angebot

Putovanje po Bosni

Putovanje po Bosni

Ivan Kukuljević Sakcinski

Ivan Kukuljević Sakcinskis Reisebericht liefert eine lebendige Schilderung Bosniens Mitte des 19. Jahrhunderts und beschreibt Landschaft, Sitten, politische Verhältnisse und den Alltag unter osmanischer Herrschaft.

Fortuna d.o.o., 2007.
Kroatisch. Latein Schrift. Hardcover.
14,60