
Sve ča mi rabi ovega prolića
„Alles, was ich diesen Frühling brauche“ ist der erste Gedichtband von Evelina Rudan, einer Dichterin und Wissenschaftlerin aus Pula und Zagreb (geb. 1971). Das Buch stellt einen bedeutenden Beitrag zur zeitgenössischen istrischen Chakavischen Lyrik dar.
Der Titel spielt auf den Frühling als Zeit der Erneuerung, der Sehnsüchte und Bedürfnisse an, jedoch mit einem intimen, alltäglichen, manchmal ironischen Unterton: „sve ča mi rabi“ – alles, was ich in diesem Frühling brauche – etwas Einfaches, Irdisches, Emotionales oder Existenzielles.
Zentrale Themen und Atmosphären:
Liebe und Erotik – sanft, sinnlich, aber nicht pathetisch; das Erwachen von Körper und Gefühlen im Frühling.
Heimat und Identität – Istrien, Meer, Stein, Olivenbäume, ländliche Landschaften; Čakavica als lebendige, organische Sprache, die den Duft von Erde und Meer in sich trägt.
Weibliche Perspektive – Introspektion, Einsamkeit, Freude, Melancholie; ein diskretes Maß an Emotionen, ohne Übertreibung.
Natur und Zyklen – der Frühling als Metapher für Wandel, aber auch für Vergänglichkeit; alltägliche Details (Blumen, Regen, Sonne) gewinnen an lyrischer Tiefe.
Der Stil ist klar, rhythmisch und fließt natürlich im Chakavischen. Die Gedichte sind kurz bis mittellang und zeichnen sich durch reiche Sinnesbilder, subtile Ironie und Wärme aus. Kritiker heben die feine Ausgewogenheit der Dinge und die Authentizität des Dialekts hervor, der kein folkloristisches Ornament, sondern Ausdruck intimer Erfahrung ist.
Die Sammlung ist wichtig als Wiederentdeckung der Chakavischen Lyrik um die Jahrhundertwende – eine Verbindung von Tradition und moderner Sensibilität, weiblicher Lyrik und einheimischer Identität. Später setzte Rudan diesen Weg in den Sammlungen „Posljednja topla noć“ (Die letzte warme Nacht) (2002) und weiteren fort.
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