
Gramatika hrvatskoga ili srpskoga književnog jezika
Die Grammatik der kroatischen oder serbischen Literatursprache (erste Auflage 1899, dritte Auflage 1963, Matica hrvatska) ist eine klassische normative Grammatik vom Štokavischen (Vukonischen) Typ: Laute, Formen, Wortbildung, Syntax.
Tomislav Maretić (1854–1938), ein kroatischer Linguist, Slawist und führender Vertreter der Vukovo-Mladograma-Schule, veröffentlichte 1899 in Zagreb sein Hauptwerk „Grammatik und Stilistik der kroatischen bzw. serbischen Literatursprache“ (Druck und Verlag: L. Hartman). Später erschien eine separate Grammatik der kroatischen bzw. serbischen Literatursprache (dritte, unveränderte Auflage 1963, „Matica hrvatska“, herausgegeben von M. Hraste und P. Guberina).
Diese Grammatik gilt als die einflussreichste Grammatik der kroatischen bzw. serbischen Sprache in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts und bildete die Grundlage der Sprachnorm im Königreich Jugoslawien und der SFRJ. Maretić verfasste das Werk ausschließlich auf der Grundlage von Vuk Karadžić und Đuro Daničić und propagierte den ostherzegowinischen Neu-Štokavischen Dialekt als alleinigen Standard, ungeachtet der kroatischen Drei-Dialekt-Tradition (Čakavisch, Kajkavisch, Štokavisch). Daher wird es als „Vuks Purismus“ und Auseinandersetzung mit der Zagreber philologischen Schule bezeichnet.
Struktur: Einleitung, Laute (Phonetik und Rechtschreibung), Formen (Morphologie: Substantive, Adjektive, Verben, Pronomen usw.), Wortbildung (Ableitungen und Komposita), Syntax (Satzbau, Kasus, Komposita). Es enthält außerdem einen stilistischen Anhang (Antibarbarus) mit einer Liste von Barbarismen und Empfehlungen.
Die Grammatik ist deskriptiv und normativ und enthält Beispiele aus der Literatur (hauptsächlich von Vuk und Daničić), ohne das gesamte kroatische Literaturerbe umfassender zu berücksichtigen. Es war jahrzehntelang Pflichtlektüre an Schulen und Universitäten, beeinflusste die Standardisierung, wurde aber auch dafür kritisiert, die sprachlichen Besonderheiten des Kroatischen zu vernachlässigen (z. B. reagiert die Erklärung über den Namen und die Stellung der kroatischen Schriftsprache von 1967 indirekt auf solche Normen).
Heute gilt es als historischer Klassiker der Slawistik und eignet sich hervorragend zur Erforschung der Entwicklung der serbokroatischen Sprache vor der Trennung der Standards.
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