
Književne kritike
Josip Vidmars Literaturkritiken ist eine Auswahl der Essays und Kritiken des Autors zur slowenischen Literatur – von Franc Prešeren bis zu Schriftstellern der ersten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts.
Literaturkritiken von Josip Vidmar erschien 1955 in Belgrad im Verlag Prosvet und wurde in der renommierten Brazde-Bibliothek (einer Bibliothek zeitgenössischer jugoslawischer Schriftsteller) erstmals in serbokroatischer Sprache veröffentlicht. Diese Ausgabe enthält eine Auswahl von Vidmars wichtigsten Kritiken und Essays zur slowenischen Literatur und gilt unter Sammlern jugoslawischer Essays als antiquarische Rarität.
Vidmar (Ljubljana, 1895–1992) war ein bedeutender slowenischer Literaturkritiker, Essayist, Übersetzer und Kulturaktivist – Akademiker, Teilnehmer des slowenischen Befreiungskrieges und langjähriger Leiter der Dramatik des Slowenischen Nationaltheaters. Sein kritischer Stil zeichnet sich durch Scharfsinn, hohe ästhetische Ansprüche, analytische Präzision und die Fähigkeit aus, ästhetische Bewertung mit historischem und kulturellem Kontext zu verbinden. Er wird oft zusammen mit Fran Levstik als einer der größten slowenischen Kritiker angesehen.
Das Buch enthält Kritiken und Essays zu slowenischen Schriftstellern, von Franco Prešeren (einer zentralen Figur der slowenischen Literatur) über Realisten und Modernisten des 19. und 20. Jahrhunderts (z. B. Fran Levstik, Ivan Cankar, Oton Župančič, Srečko Kosovel u. a.) bis hin zu zeitgenössischen Autoren der 1940er und 1950er Jahre. Vidmar zeichnet die Entwicklung der slowenischen Literatur nach, hebt zentrale Werte, Einflüsse und künstlerische Leistungen hervor und liefert kritische Analysen, die oft den Kanon prägten. Seine Interpretationen von Prešeren, Cankar und anderen Klassikern sind besonders hervorzuheben.
Diese Ausgabe knüpft an Vidmars slowenische Sammlungen (Literaturkritik, DZS 1951 u. a.) an und schlägt eine wichtige Brücke zwischen der slowenischen und anderen jugoslawischen Literaturen der Nachkriegszeit. Die Kritikpunkte zeugen von der profunden Kenntnis der europäischen Literatur und Philosophie durch den Autor, und sein Stil ist klar, elegant und überzeugend. Das Buch ist nicht nur als Überblick über die slowenische Literatur von Bedeutung, sondern auch als Beispiel für das hohe Niveau des jugoslawischen Essayismus und der vergleichenden Literaturkritik Mitte des 20. Jahrhunderts.
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