
Stara vjera Srba i Hrvata
Natko Nodils umfangreiche Studie „Der alte Glaube der Serben und Kroaten“ wurde 1885–1890 in den Proceedings der Jugoslawischen Akademie der Wissenschaften und Künste veröffentlicht. Mit einem Nachwort von Radoslav Katičić.
In seinem Werk „Der alte Glaube der Serben und Kroaten“ versucht Natko Nodilo, anhand von Mythenresten, Volkstraditionen, sprachlichen Spuren und mittelalterlichen Aufzeichnungen ein komplexes System vorchristlicher slawischer Glaubensvorstellungen zu rekonstruieren. Er geht von der Annahme aus, dass Serben und Kroaten wesentliche Elemente eines gemeinsamen slawischen religiösen Erbes bewahrt haben, und analysiert daher Gottheiten wie Perun, Veles, Mokoša und andere Gestalten, die in Folklore, Ortsnamen und Bräuchen in Erscheinung treten. Das Werk zeichnet die dualistische Struktur des slawischen Pantheons nach, indem es himmlische und unterirdische Gottheiten gegenüberstellt, und erklärt, wie diese mythologischen Muster das Verständnis von Naturzyklen, sozialen Beziehungen und moralischen Prinzipien widerspiegeln.
Nodilo widmet sich auch dem Prozess der Christianisierung und betont, wie viele Elemente des alten Glaubens in Volksbräuchen, Festtagspraktiken und Symbolik überlebten und sich innerhalb der christlichen Kultur zu synkretistischen Formen wandelten. In seiner Interpretation verwendet er vergleichende Methoden, indem er slawische Mythen mit indogermanischen Modellen verknüpft und sie mit griechischen, germanischen und baltischen Traditionen vergleicht.
Das im Nachdruck enthaltene Nachwort von Radoslav Katičić bietet eine zeitgemäße philologische und mythologische Aktualisierung und korrigiert einige von Nodils Annahmen, insbesondere dort, wo der Autor durch die Quellen seiner Zeit eingeschränkt war. Katičić bekräftigt die These einer einzigartigen slawischen Mythologie und liefert Erkenntnisse aus späteren slawischen und indogermanischen Studien. Er betont den Rhythmus jährlicher Rituale, die mythische Erzählung des göttlichen Konflikts und Kontinuitäten in kroatischen und serbischen Traditionen.
Das Buch bleibt zusammen mit dem Nachwort eines der grundlegenden Werke zum Verständnis der altslawischen Religion, ihrer Struktur, Symbolik und ihrer Spuren im kulturellen Erbe der Südslawen.
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