
Radio Eriwans: Nachtprogramm und Auslandsprogramm
Eine humorvolle Sammlung aus dem Jahr 1971, bestehend aus fiktiven Fragen und Antworten aus der fiktiven armenischen Radiosendung „Radio Eriwan“. Eine typische Antwort beginnt mit „Prinzipiell ja“, gefolgt von einer völlig gegenteiligen Aussage.
In den 1970er Jahren erschien in deutschen Verlagen eine ganze Reihe von Büchern über das Phänomen der fiktiven armenischen Radiosendung Radio Eriwan, die angeblich Hörerfragen beantwortete. Diese Sendung ist ein fiktives Phänomen aus dem Alltag sozialistischer Länder, insbesondere der Sowjetunion: Unter staatlicher Propaganda durften die Bürger nur die offizielle Wahrheit sagen. So entstand eine Form des Widerstands in der Bevölkerung – humorvolle Antworten, die mit „Im Prinzip ja“ begannen, gefolgt von einer langen, oft völlig widersprüchlichen Erklärung, die die wahre Wahrheit enthüllte.
Das 1971 von Michael Schiff herausgegebene und von W. Maier-Solgk illustrierte Buch Nachtprogramm und Auslandsprogramm sammelt solche Anekdoten in Form von Fragen und Antworten. Es enthält charakteristische Zeichnungen, die Propaganda- und Zeitungsikonografie imitieren und dem Humor eine visuelle Dimension verleihen. Ein typisches Beispiel: „Stimmt es, dass Iwan Iwanowitsch im Lotto einen roten Wagen gewonnen hat?“ – „Prinzipiell ja. Aber es war nicht Iwan Iwanowitsch, sondern Petar Petrowitsch. Und es war kein rotes Auto, sondern ein blaues Fahrrad. Und er hat es nicht gewonnen, es wurde ihm gestohlen. Der Rest stimmt.“
Die Sendung ist in zwei Teile gegliedert: Das Nachtprogramm behandelt humorvolle Themen aus dem Alltag und der Sexualität, während das Auslandsprogramm politische Angriffe auf das sowjetische System, die Unruhen in Osteuropa und die internationalen Beziehungen des Kalten Krieges enthält. Das Genre wurde in Spitzvigs Magazin Sputnik und in zahlreichen nachfolgenden Wahlkämpfen fortgeführt und ist zu einem festen Bestandteil des politischen Humors im mitteleuropäischen Alltag geworden.
Jedan primjerak je u ponudi





