
Mandorlato
Mandorlato (1924) ist eine Sammlung von Kurzgeschichten/Novellen aus der frühen Schaffensperiode des Autors, die sich durch psychologische Porträts, erotische Motive und Gesellschaftskritik auszeichnet, typisch für sein kontroverses Werk der Zwischenkrieg
Đuro Vilović (1889–1958), einer der meistgelesenen, aber auch umstrittensten kroatischen Schriftsteller der Zwischenkriegszeit, veröffentlichte 1924 in Zagreb seinen Romanband „Mandorlato“. Das Buch zählt zu seinen frühen Werken, ebenso wie „Zagaljene živote“ (1923) und später „Hrvatski sjever i jug“ (1930).
Der Titel „Mandorlato“ (italienisch für Mandelkuchen/Mandelgetränk) suggeriert eine bittersüße, exotische oder sinnliche Atmosphäre, die Vilovićs Stil entspricht, der häufig erotische, psychologische und soziale Motive miteinander verbindet. Die Sammlung enthält mehrere Kurzgeschichten, die menschliche Leidenschaften, innere Konflikte, Liebe und soziale Dramen schildern, oft mit autobiografischen Zügen. Vilović, ein ehemaliger katholischer Priester, der den Priesterstand verließ, behandelt häufig Themen wie verbotene Liebe, die Heuchelei der bürgerlichen Moral, Sexualität und den Konflikt des Individuums mit seiner Umwelt.
Stilistisch bewegt sich das Werk zwischen Realismus und psychologischer Prosa mit naturalistischen und Fin-de-Siècle-Elementen. Vilović schreibt in einer lebendigen, zugänglichen Sprache, oft mit Betonung auf emotionalen Krisen und Gesellschaftskritik, was ihm große Popularität beim Publikum, aber auch harsche Kritik aus konservativen Kreisen einbrachte (insbesondere wegen der kirchenfeindlichen Motive in anderen Werken). Mandorlato ist eines seiner früheren Werke, entstanden nach seinem Austritt aus dem Priesteramt, als er sich intensiv mit den Themen persönliche Freiheit und Befreiung von alten Normen auseinandersetzte.
Im Kontext von Vilovićs Gesamtwerk ist diese Sammlung seinen bekannteren Romanen wie Međimurje (1923), Majstora duša (1931) und Tri sata (1935) vorausgegangen. Wie die meisten seiner Werke aus den 1920er Jahren spiegelt auch Mandorlato die bewegte Biografie des Autors – vom rechtsgerichteten katholischen Priester zum jugoslawischen Unitarier – und seine Vorliebe für kontroverse, provokante Themen wider.
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