
Aretej
Krležas Drama handelt von dem Arzt Areteus, einem Humanisten, der sich Fanatismus, Dogmatismus und Grausamkeit der Gesellschaft widersetzt. Das Drama schildert die tragische Lage eines Individuums, das in einer ihn ablehnenden Welt der Vernunft treu bleib
1,579 In seinem Theaterstück Aretêj zeichnet Miroslav Krleža ein eindrucksvolles Porträt des Arztes Aretêj aus Kappadokien. Trotz des Chaos um ihn herum hält er unbeirrt an einem ethischen Prinzip fest: jedem Menschen zu helfen, ungeachtet seiner Herkunft, Religion oder politischen Überzeugung. Die Handlung spielt im späten Römischen Reich, in einer Zeit der Christenverfolgung, sozialer Unruhen und moralischen Verfalls. Dieser historische Kontext dient Krleža als Spiegel der Moderne – als dramatisches Porträt eines Mannes, der sich Wissen und Menschlichkeit verpflichtet fühlt, während die Welt Hass und Irrationalität verfällt.
Aretêj gerät zwischen zwei Fronten: die grausamen und pragmatischen römischen Machthaber und die christlichen Gemeinden, die trotz Verfolgung ihrerseits Intoleranz zeigen. Sein Wunsch, allen zu helfen, bringt ihn in Konflikt mit beiden. Im Zentrum des Stücks steht Krležas Überzeugung, dass der Wert eines Menschen allein durch sein Menschsein bemessen ist, nicht durch seine Zugehörigkeit zu einer Gruppe. Deshalb sehen ihn die Machtstrukturen als Bedrohung.
In „Aretei“ vereint Krleža Lyrik und Tiefgang: In seinen Monologen spürt man die Müdigkeit eines Mannes, der den Verfall der Werte miterlebt, aber auch die feste Überzeugung, dass „ein Arzt niemals aufhören darf zu heilen“. Das Schicksal der Kranken, Verwundeten und Ausgestoßenen wird in dramatischen Szenen geschildert, und Aretei bleibt inmitten all dessen der letzte Anker der Menschlichkeit.
„Aretei“ ist zugleich ein historisches Bild und ein philosophisches Drama, einer der Höhepunkte von Krležas tragischer Literatur. Anhand des Schicksals eines Individuums, das sich Hass und ideologischer Verblendung widersetzt, entwirft Krleža eine universelle Geschichte über Widerstand, moralische Verantwortung und den Preis, den ein Mensch zahlt, der das Gute nicht aufgibt.
Es werden zwei Exemplare angeboten





